Dienstag, 16. Juni 2020

Virologe Drosten setzt Hoffnungen in neue Corona-App

Der Virologe Christian Drosten verspricht sich von der neuen staatlichen Corona-Warn-App einen „guten Effekt“ auch im Fall von relativ niedrigen Nutzerzahlen. Selbst dann könne „an vielen Stellen ein entscheidender Unterschied“ erzielt werden, sagte der Wissenschaftler von der Charité in Berlin am Dienstag im NDR-Podcast.

Christian Drosten selbst will die Corona-Warnapp nutzen.
Christian Drosten selbst will die Corona-Warnapp nutzen. - Foto: © APA (dpa) / Christophe Gateau
Die App sei ein „entscheidend wichtiges Werkzeug“, um die Zahlen niedrig zu halten. Bei der Suche nach Kontakten eines Infizierten komme es schließlich vor allem auf Geschwindigkeit an: Müssten da erst Telefonketten losgehen, gehe wichtige Zeit verloren, sagte er.

Zum Zeitpunkt des Gesprächs mit dem NDR hatte Drosten die App auf seinem Handy wegen eines leeren Akkus noch nicht installiert, wie er sagte. Er wolle sie aber herunterladen. Die Warn-App startete in der Nacht zum Dienstag. Bürger können sie freiwillig verwenden. Die App soll das Nachverfolgen von Kontakten von Infizierten erleichtern.

Über die Menschenansammlungen bei Demos in den vergangenen Wochen sagte Drosten, dies stelle zwar grundsätzlich eine Gefahr dar – auch wenn man sich im Freien weniger infiziere als in Räumen. Momentan sei die Anzahl der Fälle im Verhältnis zur Einwohnerzahl in Deutschland aber sehr niedrig. Es sei daher durchaus vorstellbar, dass keine Infizierten in den Menschenansammlungen gewesen seien. Diese Hoffnung dürfe man nicht vergessen.

dpa

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