Montag, 29. März 2021

Virologe warnt vor E484K-Variante in Nordtirol

Ab Mittwoch gilt für ganz Nordtirol und den Bezirk Kufstein wegen des Auftretens der britischen Virusmutation mit dem E484K-Zusatz eine eigene Ausreisetestpflicht. Noch ist nicht bekannt, warum nach der Südafrika-Mutante diese Version nun ebenfalls in Tirol gehäuft auftritt, schrieb Virologe Andreas Bergthaler am Sonntag auf seinem Twitter-Account. Es gebe aber neue Hinweise, dass bestehende Impfungen nicht so gut gegen die E484K-Variante schützen könnten.

Virologe Andreas Bergthaler.
Virologe Andreas Bergthaler. - Foto: © ROLAND SCHLAGER
Das Auftreten zeige auch, warum Infektionszahlen massiv reduziert gehören – und das die „Osterruhe“ nicht hierfür reichen werde. Viele Neuinfektionen würden ebenso viele Mutationen bedeuten, ob die Mutation B.1.1.7 mit E484K durch einen Viruseintrag von außen nach Nordtirol kam, oder ob die Mutation dort neu entstand, müsse noch durch Ganzgenomsequenzierungen am Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) geklärt werden. Jedoch, schrieb der dort tätige Wissenschafter, sind über 100 Fälle mit der modifizierten UK-Variante in dem österreichischen Bundesland aber bestätigt.

Erstmals festgestellt wurde die Variation aus B.1.1.7 und E484K Ende Jänner in Großbritannien, aber sie entstand unabhängig davon auch im US-Bundesstaat Oregon. International gab bis Samstag 108 solcher Genome in der internationalen Datenbank, hieß es in der Twitter-Mitteilung. Ernstnehmen müsste man die E484K-Variante, dass sie im Zusammenhang mit „Antikörper Escape“ stehe – und dies bedeutet, dass eventuell die Wirkung von Impfstoffen reduziert werden könnte. Was die Kombination mit der ursprünglichen Variante B.1.1.7 bedeutet, die infektiöser ist und zu schweren Krankheitsverläufen führt, zeigt laut Bergthaler eine Publikation in „Nature“ zur Immunisierung nach einer BioNtech-Impfung, in der die Vermutung erhärtet werde, dass bestehende Impfungen nicht so gut gegen die E484K-Variante schützen könnten. Die Ausreisetestpflicht sei neben weiteren Maßnahmen und mehr Tests notwendig, um die weitere Verbreitung von B.1.1.7+E484K möglichst zu verhindern.

Die Veränderung E484K im Erbgut des Virus ist von der südafrikanischen und der brasilianischen Variante bekannt und wird mit einer verminderten Immunreaktion bei Menschen in Verbindung gebracht, die bereits eine Coronavirus-Infektion durchgemacht haben oder geimpft wurden. Die Variante, die in Südafrika erstmals nachgewiesen worden ist, konnte in Tirol mit lokalen Maßnahmen wie Ausreisetestpflichten und Contact Tracing zumindest wieder eingedämmt werden.

Wie berichtet, gilt ab Mittwoch gilt für ganz Nordtirol und den Bezirk Kufstein wegen des Auftretens der britischen Virusmutation mit dem E484K-Zusatz eine eigene Ausreisetestpflicht.

apa/stol

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