Donnerstag, 22. März 2018

„Virtuelles Wasser“: Warum ein T-Shirt auch Wasser verbraucht

Jeder von uns verbraucht täglich an die 5300 Liter sogenanntes „virtuelles Wasser“. Dagegen sind die täglichen etwa 110 Liter Trinkwasser für putzen, kochen, duschen, spülen, gießen oder baden verschwindend wenig. Der größte Anteil unseres pro Kopf Wasserverbrauches (water footprint) wird als „virtuelles Wasser“ für die Herstellung von Lebensmitteln und Konsumgütern verbraucht.

Foto: DLife
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Anlässlich zum Welttag des Wassers erinnert die Kampagne MahlZeit an die Abermillionen Liter an „virtuellem Wasser“, die in Nahrung und Konsumgütern stecken. 

Wie diese Mengen zusammen kommen, zeigt die Kampagne anhand dem Beispiel Rindfleisch:

Bei der üblichen intensiven Haltung von Rindern haben diese nach etwa 3 Jahren ihr Schlachtgewicht erreicht. Bis dahin hat ein Tier etwa 1300 Kilogramm Kraftfutter aus verschiedenen Getreiden und Soja, 7200 Kilogramm Raufutter (Weidefutter, Heu), und 24.000 Liter Wasser zum Tränken gebraucht. Für die Produktion von 1 Kilogramm Rindfleisch ohne Knochen werden daher rund 15.500 Liter virtuelles Wasser benötigt. 15.300 Liter werden allein für das Futter aufgewendet. 

Doch auch mit höchst unverdächtigen Gütern wird viel Wasser verbraucht, erklärt MahlZeit. So stecken in einem Liter Apfelsaft 950 Liter virtuelles Wasser, in einem Liter Orangensaft 850 Liter, in einem Liter Milch 1000 Liter, in einem Liter Bier 300 Liter.

Soviel Wasser braucht ein Auto, ein Computer, eine Jeans

Die Liste lässt sich, so MahlZeit, mit allen anderen Produkten des täglichen Konsums fortsetzen: In 1 Kilogramm Nudeln stecken 1400 Liter virtuelles Wasser, in 1 Kilogramm Butter 4800 Liter, in 1 Kilogramm Zucker 1500 Liter usw.

Dasselbe gilt für alle anderen Konsumartikel: Ein Auto verbraucht zu seiner Herstellung 400.000 Liter Wasser, ein Microchip 32 Liter, ein Computer 20.000 Liter, eine Jeans 11.000 Liter, T-shirt 2700 und so weiter. 

Weniger konsumieren, Artikel länger nutzen

Ein ganz normaler Einkaufskorb hat also täglich tausende von Litern Wasser in seinem ökologischen Rucksack. Reduzieren lassen sich diese Zahlen nur durch bewussten Konsum, erklärt die Kampagne MahlZeit: Einerseits hilft es, weniger zu konsumieren und Konsumartikel länger zu nutzen. Das zwanzigste T-Shirt muss vielleicht nicht sein, die zehnte Jeans auch nicht. Dasselbe gilt für elektrische Geräte, Spielzeug, Freizeit.

Andererseits spart man bei den Lebensmitteln virtuelles Wasser, indem man einheimische Produkte bevorzugt, Gemüse und Obst der Saison kauft und weniger Fleisch isst. 

„Prinzipiell gilt: alles, was importiert wird, entzieht sich in der Produktion unserer Kontrolle. Und meistens ist es viel einfacher, als gedacht: Wer etwa gegen Durst statt Bier und Saft einfach Leitungswasser trinkt, spart Unmengen von virtuellem Wasser.“

stol

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