<b>Von Christoph Höllrigl</b><BR /><BR />Das Vogelgrippe-Virus H5N1 (siehe Infokasten unten) ist derzeit auf dem Vormarsch – sei es in den USA als auch in Europa. In Österreich wurde vor rund zehn Tagen sogar das gesamte Land zum Gebiet mit erhöhtem Vogelgrippe-Risiko erklärt, waren doch in mehreren Geflügel haltenden Betrieben mit insgesamt rund 200.000 Tieren in Ober- und Niederösterreich zuletzt neue Fälle festgestellt worden. Auch in der Schweiz gibt es einen Nachweis.<h3> Die Lage in Südtirol und Italien</h3>„Bei uns in Südtirol ist die Situation vorübergehend ruhig, und wir haben alles unter Kontrolle“, beruhigt Landesveterinärdirektor Paolo Zambotto. Er berichtet aber auch von der zunehmenden Verbreitung im nördlichen Italien „vorwiegend dort, wo Sumpfgebiete und viele Zugvögel sind“. So werden laut Zambotto etwa Seuchenherde bzw. Fälle aus den Regionen Friaul-Julisch Venetien, Venetien, Emilia Romagna und Lombardei gemeldet. Dort seien auch die meisten großen Geflügel haltenden Betriebe Italiens, die teilweise sehr nahe beieinander liegen, weshalb es viel schneller zu einer Ausbreitung kommen könne, so Zambotto.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1097373_image" /></div> <BR /><BR />Dabei verweist er auf die „klassischen“ drei Möglichkeiten, wie das Virus in einen Betrieb komme: „Entweder durch den Zukauf von bereits infiziertem Geflügel, durch Personen im Betrieb, die zuerst in einem Seuchenherd waren, oder durch Kontakt mit Wildvögeln.“<BR /><BR />Was Letzteres betrifft, sollen Futterreste im Freien vermieden werden, da sie Zugvögel zum Verweilen anziehen und damit das Risiko erhöhen, das hofeigene Geflügel anzustecken. „Denn sie hinterlassen ihren Kot und können so den ganzen Bestand eines Betriebes infizieren“, erklärt Zambotto.<h3> Achtung bei Zukäufen!</h3>Paolo Zambotto warnt außerdem aktuell vor unüberlegten Zukäufen von Geflügel: „Hier gilt es, unbedingt zuerst Kontakt aufzunehmen mit dem Amtstierarzt und sich nach der Situation in jenem Gebiet zu erkundigen, aus dem man die Tiere ankaufen möchte.“ Auf vertrauenswürdige Händler zu setzen, sei des weiteren ein wichtiger Punkt.<h3> Verschonte „Insel der Seligen“</h3>Wenngleich es derzeit keinen Fall in Südtirol gibt, herrscht also dennoch erhöhte Aufmerksamkeit. Denn es gilt, einen ersten solchen Fall überhaupt zu verhindern.<BR /><BR />Ersten Fall überhaupt? Ja, richtig gehört. Denn, so Zambotto: „Ich bin seit 32 Jahren im Dienst. Und wir hatten hier noch nie einen Fall.“ Wie der Landesveterinärdirektor aber gleich nachschiebt: „Zum Glück, weil es ist nicht ausgeschlossen, dass auch hier früher oder später ein infizierter Zugvogel die Krankheit in einen Geflügel haltenden Betrieb bringt.“<BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-67410801_listbox" />