Die Mehrheit von 58,8 Prozent stimmte gegen einen Ausstieg des Landes.41,2 Prozent waren für eine Kündigung der Finanzierungsverträge mit der Bahn. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,3 Prozent. Damit können der hart umkämpfte Bau eines unterirdischen Durchgangsbahnhofs und dessen Anbindung an die geplante ICE-Neubaustrecke nach Ulm fortsetzt werden. Die S21-Befürworter jubelten am Sonntagabend bei ihrer Party und skandierten: „Weiterbauen!“ Die S21-Kritiker verfehlten auch das Quorum von 33 Prozent der Wahlberechtigten deutlich.Stuttgart 21 war bundesweit zum Symbol für die mangelnde Beteiligung von Bürgern an Großprojekten geworden. Der grüne Ministerpräsident und S21-Gegner Winfried Kretschmann muss nun ein Projekt umsetzen, das von seinen CDU-Vorgängern vorangetrieben worden war. Der 63-Jährige gestand ein: „Das Volk hat gesprochen, und das akzeptiere ich, auch wenn es nicht meinem Wunsch entspricht.“Kretschmann zeigte sich zerknirscht über das Ergebnis, schließlich war S21 eines der großen Themen im Landtagswahlkampf im Frühjahr. „Ich trage daran schwer“, sagte der Regierungschef. Für ihn selbst sei das Votum aber keine Niederlage: „Ich bin nicht beschädigt – im Gegenteil.“Unterdessen akzeptierten nicht alle S21-Gegner das Ergebnis des Referendums. „Wir stellen unsere Aktivitäten erst ein, wenn Stuttgart 21 beendet ist“, sagte Matthias von Herrmann, Sprecher der „Parkschützer“. Die Landesvorsitzende des Umweltverbands BUND, Brigitte Dahlbender, erklärte hingegen: „Das Ergebnis müssen wir wohl hinnehmen.“dpa