Es sei ein arbeitsreiches Jahr gewesen, sagte Morandell. Die Anzahl der Beratungen ist bei der Volksanwaltschaft Südtirol wie in den Jahren zuvor auch im abgelaufenen Jahr 2022 konstant hoch geblieben. Gegenüber dem Vorjahr 2021 sind die Beschwerdefälle auf 1297 leicht angestiegen und auch die Beratungen haben zugenommen und liegen im Jahr 2022 bei 7466. Insgesamt kam es im Jahr 2022 zu 8763 Bürgerkontakten. „732 mehr als 2021“, so Morandell.<BR /><BR />Der größte Teil der 1297 Beschwerden sei auch im Jahr 2022 auf die Gemeinden (32,9 Prozent) entfallen, gefolgt vom Sanitätsbetrieb (19,2 Prozent) und der Landesverwaltung (16,9 Prozent).<BR /><BR />Zu spüren war im Jahr 2022 der große Personalnotstand in der Sanität und in den Pflegeeinrichtungen. Immer wieder kam es zu Beschwerden von Bürgern, da eine Operation wiederholt verschoben wurde, oder für die schwerkranke Mutter kein Pflegeplatz im Seniorenheim gefunden wird oder auch für junge Menschen mit Behinderung kein geeigneter Platz in einer Behindertenwerkstatt angeboten werden kann. <BR /><BR />Zudem gab es reichlich Nachfragen, da ein Hausarztwechsel in vielen Fällen nicht möglich ist, da einfach kein Hausarzt zusätzliche Patienten aufnehmen kann und zahlreiche Hausarztstellen auf eine Nachbesetzung warten. <h3> Hohe Inflation bereitet Schwierigkeiten</h3>Zudem bereiteten der Bevölkerung im Jahr 2022 die hohen Strompreise und die hohe Inflation immer größere Schwierigkeiten, sodass immer mehr Familien um eine Unterstützung für die Miete und die Wohnnebenkosten ansuchen mussten und gar einige Mieter des Wohnbauinstituts große Schwierigkeiten hatten, für die doppelt so hohen Wohnnebenkosten aufzukommen. <BR /><BR />Einige größere Anzahl an junge Familien wurden durch die steigenden Zinsen auch gezwungen von der Zuweisung zum geförderten Wohnbau zurückzutreten, da es ihnen mit steigenden Zinsen nicht mehr möglich ist, ein Darlehen aufzunehmen und zurückzuzahlen.<h3> Digitalisierung wird kritisch wahrgenommen</h3>Unverständlich ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass der staatliche Gasbonus bei Kondominien mit Fernwärme vom Staat nicht ausbezahlt werden kann, da ein bestimmter PDR-Code nicht angegeben werden kann, obwohl die Familie gemäß Isee-Erklärung alle Voraussetzungen hätte. “Um das zu ändern, bräuchte es eine gesetzliche Änderung“, sagte Morandell.<BR /><BR />Ein weiteres Thema war jenes der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung, die es einerseits der öffentlichen Verwaltung ermöglicht, wichtige Dienste auch mit weniger Personal anzubieten. Andererseits wird die Digitalisierung von vielen Bürgern und vor allem von der älteren Generation sehr kritisch wahrgenommen, da in vielen Fällen die nötigen technischen Kenntnisse fehlen und die Bürgerinnen und Bürger auf die Unterstützung von Angehörigen oder auch von Patronaten angewiesen sind, und die Kontaktaufnahme mit der Verwaltung so sehr erschwert und als unüberwindbare Hürde wahrgenommen wird. <BR />