Dienstag, 20. März 2018

Voller Freispruch für Thomas Sigmund

Thomas Sigmund hat sich nicht des Betruges an der öffentlichen Hand, Veruntreuung und Unterschlagung schuldig gemacht. Zu diesem Schluss kam am Montagnachmittag der Strafsenat am Bozner Landesgericht unter dem Vorsitz von Carlo Busato. Das Gericht sprach Sigmund voll frei, weil die strafbaren Handlungen nicht begangen wurden.

Der schlimmste Spuk ist vorbei: Thomas Sigmund wurde am Montag endgültig freigesprochen.
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Der schlimmste Spuk ist vorbei: Thomas Sigmund wurde am Montag endgültig freigesprochen. - Foto: © D

Damit ging für Sigmund ein 7 Jahre dauerndes Verfahren zu Ende.

Die Bozner Staatsanwaltschaft warf dem 49-jährigen Meraner Publizisten mehrere Straftaten in Zusammenhang mit der Führung und Verwaltung der Meraner Jugendvereine „Jugend Aktiv“ (Jungle) und „Streetwork & Mobile Jugendarbeit“ (Strymer) vor.

Sigmund war im Februar 2011 von einem ehemaligen Mitarbeiter beschuldigt worden, in beiden Vereinen Gelder veruntreut und unterschlagen zu haben. Insbesondere beschuldigte die Staatsanwaltschaft Sigmund nach Abschluss der Ermittlungen, von Juni 2009 bis Januar 2011 zu Unrecht monatliche Zahlungen für seine Tätigkeit als Verwaltungsleiter des Jugendzentrums „Jungle“ bezogen zu haben.

„Schlimmste Spuk in meinem Leben ist vorbei“

Die Staatsanwaltschaft Bozen hielt die gleichzeitige Funktion als ehrenamtlicher Präsident und als bezahlter Verwaltungsleiter für unvereinbar und ungesetzlich. Nachdem die Tätigkeit Sigmunds als Verwaltungsleiter nicht direkt bezogen wurde, sondern über Rechnungen einer Beratungsfirma abgerechnet wurde, und diese Rechnungen auch in den Abrechnungen von Gemeinde- und Landesbeiträgen aufscheinen, ging die Staatsanwaltschaft Bozen zudem von erschwertem Beitragsbetrug in Höhe von rund 48.000 Euro aus. Im Fall von „Strymer“ wurde Sigmund die Unterschlagung von 8338 Euro vorgeworfen.

Mit Hilfe seiner beiden Verteidiger, Marco Ferretti und Bonifacio Giudiceandrea, gelang es Sigmund aber, seine Unschuld zu beweisen. Damit wurde er am Montag auch im letzten verbliebenen Strafverfahren, das die Bozner Staatsanwaltschaft gegen ihn angestrengt hatte, freigesprochen.

In einer ersten Stellungnahme erklärte Sigmund: „Der schlimmste Spuk in meinem Leben ist nun endlich vorbei. Ich bin weder für den 2011 ans Tageslicht gekommenen Schuldenberg im Jugendzentrum ,Jugend Aktiv‘ verantwortlich, noch habe ich Geld in den von mir geführten Vereinen unterschlagen. Sobald das Urteil rechtskräftig wird, werde ich schwere Schadensklagen auch gegen jene politisch Verantwortlichen in der Gemeinde Meran führen, die für mein 7-jähriges Trauma und Leiden verantwortlich sind und mich als Mensch und Zivilperson von der Bildfläche haben wollten.“

cu/stol

stol