Darauf hat sich die Landesregierung bei ihrer wöchentlichen Sitzung am Dienstag festgelegt. Es gehe darum gerade im Gedenkjahr an den Weltkriegsausbruch (1914) und an die Option (1939), dass sich alle Volksgruppen gleichermaßen mit der Geschichte des Landes auseinandersetzen, betonten die Landesräte Philipp Achammer und Christian Tommasini bei der wöchentlichen Pressekonferenz.Landeshauptmann Arno Kompatscher weilt am Dienstag in Innsbruck, weswegen sein Stellvertreter die Sitzung geleitet hat. Neben dem Programm der Tiefbauprojekte hat sich dabei die Landesregierung eben mit den Vorhaben zur "Historisierung faschistischer Denkmäler" beschäftigt.Die Stadtgemeinde Bozen baut bekanntlich unter dem Siegesdenkmal ein Dokumentationszentrum, das die Zeit der faschistischen Schreckensherrschaft darstellen und das Gedankengut, das das Siegesdenkmal darstellt, einordnen soll. Die Kosten der Führung dieses Zentrums teilen sich nun Stadt und Land je zur Hälfte. Tommasini wollte am Dienstag aber nicht abschätzen, wie hoch die Führungskosten werden würden. Der Landesrat verwies dabei auf eine geplante Aussprache mit Vertretern der Stadtgemeinde.Dieselbe Experten-Kommisssion, die schon das Konzept zum Doku-Zentrum erarbeitet hat, soll bis zur Eröffnung desselben auch einen definitiven Vorschlag für das Mussolini-Relief von Hans Piffrader am Bozner Gerichtsgebäude vorlegen, unterstrich Landesrat Achammer. Der Vorschlag, über das Relief Hannah Arendts Zitat aus dem Prozess um Adolf Eichmann, "Niemand hat das Recht zu gehorchen", zu projezieren sei zwar gut, aber noch nicht die endgültige Lösung, betonten beide Landesräte."Gerade im Gedenkjahr schaffen wir die Historisierung der faschistischen Relikte in Südtirol. Wir müssen vom Denkmal hin zum Mahnmal kommen", sagte Achammer.Stadt-SVP uneins - Ladinser: Keine Mehrheit in meiner Partei für AbtragungNach wie vor kritisch sieht die Lösung zum Mussolini-Relief Bozens Bürgermeister Klaus Ladinser. Für ihn gehört das Relief abgetragen. "Meine Position dazu und auch zu den anderen Denkmälern ist hinlänglich bekannt, findet aber in der Parteileitung keine Mehrheit", sagte Ladinser zu "Südtirol Online".stol