Dienstag, 13. Dezember 2016

Vom Ex-Häftling zum Bäcker: Südtirol hilft mit

Ehemaligen Häftlingen eine Perspektive zu geben, ist nicht nur in Europa ein wichtiges Mittel zur Bekämpfung von Kleinkriminalität. In Afrika unterstützt das Land ein Projekt, bei dem Ex-Häftlinge zu Bäcker ausgebildet werden.

In Kamerun werden ehemalige Häftlinge zu Bäckern und Konditoren herangebildet. Foto: LPA/A. f. Kabinettsangelegenheiten
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In Kamerun werden ehemalige Häftlinge zu Bäckern und Konditoren herangebildet. Foto: LPA/A. f. Kabinettsangelegenheiten

In Kamerun begleitet die Ordenschwester Gwendaline Bijisang elf ehemalige Häftlinge, um ihre Wiedereingliederung in das Arbeitsleben zu begünstigen. Dazu haben sie eine Ausbildung zum Bäcker und Konditor erhalten.

Die Mittel für den Ankauf, unter anderem, eines kleineren gebrauchten Zweitbackofens und einer Walzmaschine für die Herstellung von Blätterteig hat die Berufsschule vom Land Südtirol erhalten. Dies ist eines der Projekte für Entwicklungszusammenarbeit, die das Amt für Kabinettsangelegenheiten in Zusammenarbeit mit dem Verein Eine-Welt-Gruppe aus Kastelruth und einer Organisation aus Kamerun betreut.

„Einige von den angehenden Bäckern und Konditoren haben schon im Gefängnis Lesen, Schreiben und Rechnen erlernt, sodass sie nach Abschluss der Berufsschule eine Anstellung in einer privaten Bäckerei erwarten können – einzelne machen sich selbstständig“, erzählte vor kurzem Schwester Gwendaline. Wer keine Arbeit findet, werde in anderen Projekten eingesetzt, um dort zu backen.

Weitere zehn Jugendliche sind mit Fahrrädern in der Stadt unterwegs, hauptsächlich in den Schulhöfen, um das hergestellte Gebäck zu verkaufen, so dass sie damit ihren Lebensunterhalt bestreiten können. „Bisher wurden 30 Haftentlassene erfolgreich in die Gesellschaft wiedereingegliedert“, sagte Schwester Gwendaline.

stol