Dienstag, 13. Oktober 2015

Vom Schnee überrascht: Kletterer müssen gerettet werden

Der plötzliche Wetterumbruch in der Nacht auf Dienstag wurde einem deutschen Kletterpaar zum Verhängnis: Überrascht von Schnee und Kälte, mussten sie ihre geplante Notübernachtung auf einem Klettersteig auf der Rosengartenspitze abbrechen und einen Notruf absetzen.

Schnee, Regen und Nebel: Der Rosengarten am Dienstagmorgen. - Foto: BRD Tiers
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Schnee, Regen und Nebel: Der Rosengarten am Dienstagmorgen. - Foto: BRD Tiers

Das Paar war am Montagmorgen bei schönstem Herbstwetter in den Südgrat zur Rosengartenspitze auf 2981 Höhenmetern gestartet. Dabei verschätzten sie sich jedoch in der Tour, die länger dauerte als gedacht.

Notcamp in der Wand muss abgebrochen werden

So erreichten die beiden Kletterer erst gegen Abend den Gipfel. Erschwerend kam hinzu, dass sie sich beim Abstieg verirrten und die Abseilroute verfehlten. 

Ohne Orientierung und Tageslicht beschlossen die erfahrenen und gut ausgerüsteten Kletterer, die Nacht in der Wand zu verbringen. 

Mitten in der Nacht machte ihnen jedoch das Wetter einen Strich durch dir Rechnung: Ein plötzlicher Umbruch brachte Schnee und Eis, weshalb das deutsche Paar sich gezwungen sah, gegen 1.45 Uhr einen Notruf abzusetzen.

Bergretter stiegen von zwei Seiten auf

Die Landesnotrufzentrale verständigte die Bergrettung Tiers, die sich der Rosengartenspitze von zwei Seiten näherte: Eine Gruppe startete bei der Kölner Hütte, die andere fuhr nach Fassa und startete von der Vajolet-Hütte.

"Wir wussten nicht genau, wo sich die Kletterer befanden, also teilten wir uns auf und suchten von beiden Richtungen", erklärt der Leiter der Bergrettung Tiers, Arthur Obkircher, im Gespräch mit STOL.

Heißer Tee und warme Kleidung für die Kletterer

Gegen 4 Uhr erreichten die sieben Bergretter schließlich das Paar. Vor allem die Frau litt bereits stark unter der Kälte. Die Retter hatten heißen Tee und warme Kleidung mitgebracht. So wärmten sie die Kletterer auf, ehe sie gemeinsam den Abstieg begannen.

 

Die Retter des BRD Tiers stiegen zu den Kletterern auf und brachten sie sicher zu Tal. - Foto: BRD Tiers

"Es war sehr, sehr eisig. Weiter oben schneite es, unten regnete es und alles war komplett vereist. Der Einsatz war für alle gefährlich", so Obkircher.

Nichtsdestotrotz schafften es die Retter, das Kletterpaar wohlbehalten gegen 7 Uhr morgens in ihre Herberge zurückzubringen.

stol/liz

stol