Gemeinsam Haltung zeigen, gesellschaftspolitische Verantwortung, Chancengleichheit und Kindeswohl: Welche Rolle Bildung spielen muss, ließ sich aus den Redebeiträgen und Grußworten bei der gestrigen Tagung im Waltherhaus gut heraushören.<BR /><BR />Die Arbeit von Lehrern und pädagogischem Personal sei ein „Geschenk an die Gesellschaft“, betonte Eva Niederegger (KSL) schon gleich in ihrer Einführung. Denn das Bildungssystem lege nicht weniger als „das Fundament der demokratischen, menschlichen und kulturellen Zukunft des Landes“. <BR /><BR />Die Beiträge und ihre fast schon beschwörenden (Zwischen-)Töne zeigten aber auch, welche sozialen Gefahren die Zukunft bringen könnte. <BR /><BR />So lag es Landesrat Philipp Achammer gerade bei diesem viel beachteten Termin am Herzen, den „gemeinsamen Ruf“ nach außen zu senden: „Kinder sind keine politische Kategorie“. Ideologien hätten in der Schulwelt nichts verloren und „jedes Kind in diesem Land braucht eine faire Chance, egal, wo es herkommt, wie dick die Brieftasche der Eltern ist oder wie viel Unterstützung es braucht“. <BR /><BR />Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner, auch sie das Thema des Referates aufnehmend, betonte, Kindergarten, Schule und Gesellschaft müssten so gestaltet sein, „dass Verschiedenheit von Anfang an Platz hat“. <BR /><BR />Und dann wurde der Elefant im Raum doch noch kurz aus den Augenwinkeln wahrgenommen und angesprochen: Man habe ein bemerkenswertes und für alle schwieriges Schuljahr hinter sich, sagte Christoph Buratti (ASM), mit Protesten, Gehaltserhöhungen, dem Bildungs-Dialog, der Baustellen aufgezeigt habe. „Es muss hier inhaltlich weitergehen, es sind noch viel mehr Schritte vonnöten, um die Qualität der Bildung zu sichern. Wir werden die Umsetzung Punkt für Punkt verfolgen.“<BR /><BR /><b>Prof. Peterlini: „Wer homogene Klassen will, landet beim Einzelunterricht“</b><BR /><BR />Schulische Inklusion steckt in einem Dilemma, irgendwo zwischen Anspruch und Kapazitäten. Und dann spielen noch politische Grabenkämpfe eine Rolle: Dieses Spannungsfeld zeigte Prof. Hans Karl Peterlini, Dekan der Kultur- und Bildungswissenschaften an der Uni Klagenfurt, in seinem Referat „Eine inklusive Bildung für alle – oder doch nicht?“ auf. <BR /><BR />„Natürlich wollen wir kein Kind – bewusst – ausschließen“, sagte er. Andererseits wäre es „doch besser, alle Kinder wären auf dem gleichen Stand.“ Und schon ist es da, das Dilemma zwischen unterschiedlichen und manchmal auch besonderen Bildungsbedürfnissen und dem Wunsch nach „homogenen Klassen“. <BR /><BR />Doch sie „sind das Gegenteil von Inklusion“. Also dem Lernerfolg zuliebe doch trennen? Zumindest die ohne ausreichende Kenntnis der Unterrichtssprache von denen aus guten deutschsprachigen Familien? „Dieser populistische Diskurs hält sich hartnäckig“, sagte Prof. Peterlini. Doch was komme danach? Eine eigene Klasse für Hochbegabte? Und für Lernschwache und Kinder mit Behinderung?<BR /><BR />Prof. Peterlini stellte klar: „Wer nach homogenen Klassen ruft, landet beim Einzelunterricht“.