Seine Familie steht nicht nur emotional, sondern auch rechtlich vor enormen Herausforderungen, da entscheidende Dokumente fehlen. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Risiken medizinischer Behandlungen im Ausland und sorgt für Warnungen italienischer Experten.<h3> 4 Herzstillstände, Herz-OP und Infektion</h3>Doch von vorn: Nach einem Eingriff in einer Zahnklinik in Tirana erlitt Simone del Vecchio laut Medienberichten 4 aufeinanderfolgende Herzstillstände und musste in das Krankenhaus „Mutter Teresa“ in Tirana eingeliefert werden. <BR /><BR />Dort diagnostizierten die Ärzte eine angeborene Koronarstenose, was eine dringende Herzoperation erforderlich machte. Anschließend wurde er mit einem Rettungsflugzeug nach Italien gebracht und im Allgemeinen Krankenhaus von Bari behandelt. Trotz einer anfänglichen leichten Besserung erlitt er im Juni eine bakterielle Infektion, die seinen Zustand verschlechterte.<BR /><h3> „Tragödie hat unser Leben zerstört“</h3>Heute, 8 Monate nach dem Eingriff, ist Del Vecchio bettlägerig, wird künstlich ernährt und lebt in einem Pflegeheim in San Giovanni Rotondo. Sein Zustand ist kritisch. Aufgrund einer Verengung der Luftröhre besteht die Gefahr, dass er erstickt. Eine weitere Operation soll Abhilfe schaffen. <BR /><BR />Seine Familie, die nach San Giovanni Rotondo gezogen ist, um ihn zu unterstützen, ist von den Ereignissen schwer gezeichnet. „Diese Tragödie hat unser Leben zerstört“, sagte sein Zwillingsbruder Marco. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1098294_image" /></div> <BR /><BR />Auch Simones Mutter Anna findet keine Ruhe und sprach mit der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“ über ihren Schmerz: „Er ist nicht mehr derselbe. Er ist nur noch Haut und Knochen, wiegt 30 Kilo weniger“, sagt die Frau über ihren Sohn Simone, der kurz vor seiner Reise nach Albanien einen vielversprechenden Kontakt mit dem Team eines bekannten Musikers geknüpft hatte. <BR /><BR />Anna erzählt, dass gerade die Aussicht auf einen besseren Job Simone veranlasst hatte, nach Albanien zu reisen, um sich einer zahnmedizinischen Behandlung zu unterziehen: „Ich war nicht sehr überzeugt, weil ich, als ich vor einigen Jahren dort war, gesehen hatte, dass einige Menschen nach der Behandlung gesundheitliche Probleme hatten. Sie hatten Kreislaufzusammenbrüche und Unwohlsein, ohne jegliche postoperative Betreuung. Aber er ist stur, also wollte er unbedingt dorthin gehen.“<BR /><h3> „Klinik hat sich nicht mehr gemeldet“</h3>Die Familie hat rechtliche Schritte gegen die Zahnklinik eingeleitet, stößt jedoch auf erhebliche Hürden. Aufgrund der Rechtslage außerhalb der EU fehlen wichtige medizinische Unterlagen, und sprachliche Barrieren erschweren die Kommunikation. „Die Klinik hat sich seit dem Vorfall nicht mehr gemeldet“, so Marco.<BR /><BR />Italienische Zahnärzte warnen vor derartigen Behandlungen im Ausland. Sie betonen, dass Patienten in Italien rechtlich abgesichert sind und bei Behandlungen in staatlich zugelassenen Einrichtungen umfassender Schutz besteht.