Samstag, 27. April 2019

Von Baby-Gang gefoltert: 66-Jähriger stirbt im Spital

Schikaniert, bestohlen, im eigenen Haus gefesselt und zu Tode geprügelt: Eine 14-köpfige Jugendbande wird beschuldigt, einen 66-jährigen Pensionisten aus Manduria in der apulischen Provinz Tarent tagelang in seiner Wohnung gefoltert und totgeschlagen zu haben. Der Rentner, Antonio Cosimo Stano, soll an einen Stuhl gefesselt, geschlagen und gefoltert worden sein. Nach 18 Tagen Agonie starb er kürzlich im Krankenhaus „Giannuzzi“ von Manduria.

Die beiden volljährigen Mitglieder der 14-köpfigen Jugendbande wurden bereits verhaftet. - Foto: APA (Archiv/dpa)
Die beiden volljährigen Mitglieder der 14-köpfigen Jugendbande wurden bereits verhaftet. - Foto: APA (Archiv/dpa)

Laut den Vorwürfen soll die Jugendbande jahrelang den von psychischen Problemen belasteten Mann mit Geldforderungen verfolgt haben. Öfters sei Stano mit Fußtritten, Faustschlägen und Stöcken gequält worden. Die Angriffe hätten sich nicht nur in der Wohnung, sondern auch auf offener Straße wiederholt.

Belastet werden sollen die Jugendlichen – 12 davon sind noch minderjährig – unter anderem von selbst aufgenommenen Videos der Folterungen, die sie sich per Whatsapp ausgetauscht haben sollen.

Zu Tode geprügelt

Gestorben sein soll der 66-Jährige an einer Darmblutung und einer Magenperforierung infolge der Schläge. Die Ermittler prüfen durch eine angeordnete Autopsie, was zum Tod des Mannes geführt hat. Die Handschellen klickten bereits für die beiden volljährigen Bandenmitglieder im Alter von 19 und 22 Jahren. Sie werden beschuldigt, schon vor 7 Jahren mit den Schikanen begonnen zu haben. Stano, der ledig war und allein lebte, hatte lediglich Kontakt zu einigen Nachbarn, die bei der Polizei die wiederholten Angriffe der Bande gemeldet hatten.

Die Polizei hatte das Opfer in seiner Wohnung verletzt aufgefunden. Tagelang soll Stano nichts mehr zu Essen bekommen haben. Der Tod des Rentners sorgte für große Schlagzeilen in den Medien und für politische Reaktionen.

Innenminister Matteo Salvini forderte beispielhafte Strafen für die Täter, auch wenn diese minderjährig sind. „Angesichts einer derartigen Gewalt darf es bei der Strafe keinen Unterschied zwischen Minderjährigen und Erwachsenen geben“, so Salvini. Vizepremier Luigi Di Maio erklärte sich wegen des brutalen Mords erschüttert.

„Die Sicherheit der Bürger ist die Priorität dieser Regierung. Wir müssen für größere Sicherheit für Senioren arbeiten, die oft verlassen sind. Eins steht fest: Die Täter werden einen hohen Preis für diesen brutalen Mord zahlen“, so Di Maio.

mit/apa

stol