Die Adelige Anna Malfatti war 2023 gestorben und hinterließ Bargeld, ein historisches Stadtpalais sowie fünf Wohnungen. <BR /><BR />Das Urteil erging in erster Instanz im abgekürzten Verfahren vor Richterin Consuelo Pasquali. Der Verteidiger der Pflegerin, Rechtsanwalt Nicola Canestrini, kündigte Berufung an, sobald die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt. Parallel läuft ein Zivilverfahren, in dem die neun Nichten und Neffen der Verstorbenen die Annullierung des Testaments beantragt haben. Bis zu einem endgültigen Urteil bleibt der gesamte Nachlass der Baronin beschlagnahmt und gesperrt. <BR /><BR />Die Verurteilte, eine eingebürgerte Italienerin, erklärte, sie werde „keinen Euro anfassen“, bevor die Justiz endgültig entschieden habe. Laut Anklage habe die Pflegerin im März 2022 den „geistig stark abgebauten“ Zustand ihrer Arbeitgeberin ausgenutzt und sie dazu gebracht, ein Testament zu unterzeichnen, das sie zur Alleinerbin machte. Einen Monat später habe sie sich zudem eine umfassende notarielle Vollmacht ausstellen lassen. Die Angehörigen halten die 45-Jährige für eine Betrügerin, die das Vertrauen der alten Dame ausgenutzt habe. <BR /><BR />Die Verteidigung argumentiert hingegen, zwischen den beiden Frauen habe über sieben Jahre hinweg ein enger persönlicher und emotionaler Bund bestanden. Zahlreiche Zeuginnen, darunter enge Freundinnen der Baronin, hätten dies bestätigt. Gegen die Version der Verteidigung sprechen jedoch medizinische Gutachten, die bei Malfatti bereits 2021 deutliche kognitive Beeinträchtigungen feststellten. <BR /><BR />Ein psychiatrisches Gutachten im Auftrag der Staatsanwaltschaft kam zu dem Schluss, dass die Baronin im September 2022 an schwerer geistiger Verwirrtheit litt - also auch schon zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung. „Wir sind mit dem Urteil zufrieden - es ist ein erster wichtiger Schritt, weil die Verantwortung der Angeklagten anerkannt wurde“, erklärte der Anwalt der Familie, Claudio Malfer.