<BR /><b>Weshalb haben Sie sich dafür entschieden, Geistlicher zu werden?<BR /></b> P. Nazareth Pascal D’Silva: In meiner Kindheit besuchte ich mit meiner Mutter in Nordindien regelmäßig die Kirche, was mir gut gefiel. Daher wollte ich Priester werden und freue mich heute als solcher tätig zu sein, ob nun in Indien, Deutschland oder Südtirol.<BR /><BR /><b>Woher kommen Sie und wie wurden Sie Priester? <BR /></b>D’Silva: Ich komme aus Nordindien, aus Bombay und bin ein Ordenspriester. Meine Ordensgemeinschaft heißt Missionare des Hl. Franz von Sales (MSFS). Es ist ein internationaler Missionsorden mit Hauptsitz in Rom. Nach Abschluss meines Philosophie- und Theologiestudiums in Indien wurde ich am 13. Mai 1990 zum Priester geweiht und arbeitete als solcher in Indien. Von 2002 bis 2014 arbeitete ich in Deutschland und verbrachte elf Jahre in der Mission in Indien. <BR /><BR /><b>Wann kamen Sie nach Südtirol und kamen Sie gerne hierher? <BR /></b>D’Silva: 2025 trat ich dem Team der MSFS in Schlanders bei. Dort war ich Seelsorger in Schlanders und Kortsch sowie in der Seelsorgeeinheit Laas. Anschließend wurde ich gebeten, als Pfarradministrator von Laas, Eyrs, Tschengls und Tanas eine wichtigere Aufgabe zu übernehmen. Vor Kurzem erfolgte in der Pfarrkirche Laas meine Amtseinführung mit Dekan Jolly. Für mindestens drei Jahre bleibe ich hier Pfarradministrator und wohne aktuell mit weiteren Priestern im Kapuzinerkloster in Schlanders. Ich habe mich gefreut, nach Südtirol zu kommen. Mir gefällt die Natur und die Menschen hier sind sehr freundlich, offen und viele sind sehr gläubig. Es gibt auch zahlreiche Ehrenamtliche, die helfen. <BR /><BR /><b>Welche Herausforderungen sind Ihnen bisher begegnet? <BR /></b>D’Silva: Grundsätzlich wollen wir für die Leute da sein. Aber manchmal kann es herausfordernd sein, gleichzeitig kirchliche Regeln einzuhalten und den Menschen doch entgegenzukommen. Beispielsweise gibt es die Regel in unserer Pfarrei, dass ein Kind nur am Samstag getauft wird, aber jemand möchte die Taufe für sein Kind an einem Sonntag. Dann versuchen wir gemeinsam, einen Weg zu finden, der für alle passt. Das funktioniert eigentlich auch gut, es braucht nur Geduld. Ebenfalls bemühe ich mich sehr, keine Fehler zu machen, da ich nicht von hier bin.<BR /><BR /><b>Ist Priestermangel in Ihrem Orden ein Thema? <BR /></b>D’Silva: Ja, auch der Priestermangel ist für uns eine Herausforderung, vor allem, da wenig Nachwuchs nachkommt. Deshalb gehen wir dorthin, wo wir gebraucht werden und haben mehr zu tun. Ebenfalls werden aufgrund des Priestermangels Seelsorgeeinheiten zusammengelegt und wir sind pro Priester für mehrere Pfarreien zuständig. Auch die Seelsorgeeinheiten Laas und Schlanders wurden zu einer kombiniert.<BR /><BR /><b>Wie ist die viele Arbeit zu schaffen? <BR /></b>D’Silva: Glücklicherweise gibt es viele helfende Hände und Ehrenamtliche, welche uns tatkräftig unterstützen z. B. Laien, Mesner, Wortgottesleiter und viele weitere. Es ist nicht selbstverständlich, dass sie sich die Zeit dafür nehmen.<BR /><BR /><b>Haben Sie eine Südtiroler Lieblingsspeise? <BR /></b>D’Silva: Ja, Schweineschnitzel mit Pommes oder Bratkartoffeln.