Freitag, 19. Februar 2021

Von Bozen bis Mori: Spezialeinheit sucht morgen Etsch nach Peter Neumair ab

Peter Neumair (63) gilt seit 4. Jänner als vermisst – nachdem die Leiche seiner Frau Laura Perselli (68) vor rund 2 Wochen aus der Etsch geborgen worden war, soll morgen eine weitere, großangelegte Suche durchgeführt werden. Dafür wurde die Tauchereinheit der Carabinieri von Genua nach Südtirol bestellt. Diese besteht nicht nur aus Froschmännern, sondern auch einer „Froschfrau“– der ersten und bislang einzigen Carabinieri-Taucherin Italiens.

Peter Neumair ist weiter vermisst.
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Peter Neumair ist weiter vermisst. - Foto: © Privat
Ein Team – die genaue Anzahl der Taucher dürfe aufgrund des Ermittlungsgeheimnisses nicht bekanntgegeben werden – soll heute in Südtirol eintreffen und morgen mit 2 Schlauchbooten „auf einer Strecke von 80 Kilometern“ die Etsch absuchen, heißt es aus den Reihen der Spezialeinheit aus Genua. 80 Kilometer, das entspricht dem Abschnitt des Flusses zwischen Bozen und dem Damm von Mori.

„Soweit es möglich ist, würden wir bevorzugt unter Wasser arbeiten“, zeigen sich die Taucher aus Ligurien unerschrocken. Da man eine lange Strecke abdecken müsse, wolle man aber auch die Ufer genau unter die Lupe nehmen. „Es ist ein schwieriges Terrain“, wissen die Carabinieri, denen bewusst ist, dass der Durchfluss der Etsch in dieser Jahreszeit bis zu über 120 Kubikmeter pro Sekunde aufweist.

Am Samstag sind die Carabinieri von Genua nicht zum ersten Mal in eine Suche in der Etsch involviert. „Zuletzt hatten wir in Albaredo d'Adige menschliche Körperteile geborgen“, heißt es von den Einsatzkräften aus Genua. Die Rede ist vom Doppelmord in Albaredo, 20 Kilometer südwestlich von Verona. 2016 soll ein Mann seine Mutter und seine 11-jährige Stiefschwester getötet, ihre Leichen zerstückelt und in die Etsch geworfen haben – die Taucher konnten nur die Beine der beiden finden, während vom Rest ihrer Körper nach wie vor jede Spur fehlt.

Die Taucher-Einheit der Carabinieri von Genua hat jahrzehntelang Erfahrungen im Raum Toskana, Emilia-Romagna und in ganz Norditalien sammeln können. Zudem ist es die einzige Einsatzgruppe, zu der auch eine Frau gehört: Ex-Wasserballerin Lorena Gaudiano. Gaudiano ist seit 2019 Carabinieri-Taucherin – auch sie wird heute in Südtirol eintreffen und an der Suche nach Peter Neumair beteiligt sein.

Die Berufsfeuerwehr Bozen wird an diesem Wochenende hingegen nicht an der Suchaktion teilnehmen, das sei „in Absprache mit der Staatsanwaltschaft“ so beschlossen worden, sagt Einsatzoffizier Felix Reggiani. „In den vergangenen Wochen wurde alles getan, was möglich war“ – 40 Tage nach dem Verschwinden von Personen müsse die Suchmethodik neu moduliert und bewertet werden. Aus diesem Grund komme nun die Tauchergruppe aus Genua zum Einsatz. Indes wurden die Überflüge der Hubschrauber von Carabinieri und Finanzwache fortgeführt – ohne Ergebnis.

mic