Mittwoch, 03. Oktober 2018

Von Deutschland bis nach Südtirol: Nein zum Wolf

Ob die Jungbauern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Südtirol, in einem sind sich die Landwirte der verschiedenen Länder einig: Der Wolf muss weg.

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Foto: © shutterstock

Beim heurigen 4-Länder-Junglandwirtetreffen in Berlin trafen sich die Vertreter der Jungbauern aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. Neben dem Hauptthema des Treffens „der Biodiversität“ wurden auch Themen der einzelnen Länder angesprochen.

Ein Punkt, der alle vier Länder zurzeit beschäftigt, ist die Wolfsthematik. Aufgrund der hohen Anzahl an Wolfsrissen bei Nutztierherden, die für die Landwirte einen großen Schaden bedeuten, wurden von den Jungbauern klare Forderungen gestellt.

Schutzstatus senken

Primär fordern die Vertreter der vier Länder den Schutzstatus des Wolfes in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie zu senken oder die Ausnahmeregelungen zum Wohle der Landwirtschaft zu erweitern. Eine vereinfachte Entnahme von Wölfen durch Zustimmung von Gebietsleitern oder Jagdaufsehern muss innerhalb der Jagdgebiete möglich sein.

Dadurch sollen die Weidegebiete in den Europäischen Alpen, die Weidezonen an den Deichgebieten sowie die Almgebiete zukünftig wolfsfrei werden. Die Ansiedelung des Wolfes habe dazu geführt, dass viele Almen und Weidegebiete heuer nicht mehr beweidet wurden. Die Folge seien verwilderte Almen. In den Jagdgebieten ist von einem drastischen Rückgang des Wildbestandes die Rede.

Herdenschutz ist keine Alternative

Die Jungbauern bemängeln die Möglichkeiten der Herdenschutzmaßnahmen. Die Schutzzäune können die Herden in den Alpen und im steilen Gelände nicht ausreichend vor dem Wolf schützen.

Die Anschaffung von Herdenhunde bedeute für den Bauern einen enormen Zeitaufwand für die Erziehung. Außerdem seien sie für Wanderer auf den Almen eine Gefahrenquelle.

„Wird trotz des Herdenschutzes ein Nutztier gerissen, hindern langwierige Kontrollen der Behörde die Rückerstattung des Schadens an den Besitzer. Tiere, die nach einem Angriff verletzt sind oder sich verschreckt von der Herde entfernt haben, werden nicht in den Schadenszahlungen berücksichtigt,“ so die Jungbauern. 

Diese Regelung ist für die Jungbauern nicht verständlich, ebenso die Nichtbezahlung des Verlustes bei Rissen durch Hybriden (Kreuzung zwischen Wolf und Hund), die auch im Rudel vorkommen.

Die Hybriden sollten in die Entnahmeregelungen ebenfalls miteinbezogen werden.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die Wolfsansiedelung wurde durch den „Action Plan for the Conservation of Wolves in Europe“ von Luigi Boitani durchgeführt. Die Jungbauern sehen darin keine positive Entwicklung für den Wolf und auch nicht für die Landwirtschaft und den Tourismus.

Das Europäische Gebiet sei sehr dicht besiedelt und die landwirtschaftliche Tätigkeit habe sich auf jegliche Flächen wie Almen, Weiden, Deiche und Wälder ausgeweitet. „Dies lässt sich mit der Ansiedelung nicht vereinen. Auch Probleme in der Tourismusbranche, die sich vom Tal bis hoch in die Almen verbreitet hat, sind vorauszusehen. Eine schnelle Lösung muss her, für ein sicheres Europa,“ betonten die Jungbauern. 

stol

stol