In diesen Tagen, in denen sich traurige Nachrichten häufen, tut es gut, auch mal was „Leichtes“ zu lesen. Eine solche Geschichte, „ein Erlebnis, das man nicht alle Tage findet“, weiß der Kommandant der Feuerwehr Mittewald, Stefan March, zu erzählen. <BR /><BR />„Die Geschichte fängt im Jahr 1970 an“, beginnt March. Damals schaffte sich die Feuerwehr Mittewald, die im Dezember 1969 gegründet worden war und 1971 ihre Gründungsfest feierte, ihr erstes Einsatz-/Mannschaftsfahrzeug an: einen VW-Bus T2. <BR /><BR />Gallery #DText/86-66231196 not found<BR /><BR /><BR />„1997 haben wir das Fahrzeug ausgemustert. Damals erwarb ein Brennholzhändler den Kleinbus. Und wir sind davon ausgegangen, dass er es solange nutzt, bis es nicht mehr fahrtauglich ist“, sagt March. Umso überraschter war er deshalb, als ihn im August des Vorjahres ein Feuerwehrmann anrief und erzählte, dass ein junges Ehepaar aus Bournemouth, einer Stadt an der Südküste Englands, hier sei und „unser erstes Feuerwehrfahrzeug besitzt“.<h3> Gesucht und gefunden</h3> „Sie waren auf Flitterwochen in Südtirol und wollten den Ort finden, aus dem ihr Brautauto – eben unser erstes Feuerwehrfahrzeug – kommt“, berichtet March. Er traf sich mit dem Paar, das ihm Fotos und Videos vom Fahrzeug zeigte, das die Aufschrift „Feuerwehr Franzensfeste“ trug. Damals wurde laut March der Name der Herkunftsgemeinde angegeben.<BR /><BR />Sie erzählten, dass der Vater des Bräutigams, Steve Quick, ein Oldtimer-Liebhaber, das Feuerwehrauto zufällig bei einem Autohändler in London entdeckt und gekauft hatte. Heute wird es bei besonderen Anlässen, wie etwa als Brautauto, verwendet.<BR /><BR /> „Als wir uns verabschiedeten, versprach das Paar, dieses Jahr mit dem VW-Bus zu unserem Feuerwehrfest im August zu kommen“, erzählt March. Und das taten sie auch. Vater und Mutter im Camper sowie das junge Ehepaar, das im Feuerwehrauto schlief, nahmen die 20 Stundenfahrt nach Mittewald auf sich. Dort wurden sie vor dem Fest von der Feuerwehr empfangen, die für ein gemeinsames Foto ihren ganzen Fuhrpark auffuhr. <BR /><BR />„Am Sonntag nach Festende halfen uns die Gäste aus England sogar beim Aufräumen“, sagt March. Der Abschied sei dann tränenreich gewesen, so wohl hätten sie sich hier gefühlt. Und sie betonten, wiederkommen zu wollen – allerdings ohne Feuerwehrauto.