Mittwoch, 07. Juni 2017

Von Turin nach Venedig: Italien will mehr Radwege

Italien will massiv in Radwege investieren. Zur Förderung des Radtourismus will die Regierung bis 2024 300 Millionen Euro locker machen.

Foto: © shutterstock

Mit Kofinanzierungen soll der Betrag auf 700 Millionen Euro wachsen, berichtete der italienische Verkehrsminister Graziano Delrio nach Medienangaben vom Mittwoch.

Die italienische Regierung plant ein Radwegsystem, das nach dem Vorbild der Autobahn „Autostrada del Sole“ Nord- mit Süditalien verbinden soll. Von Venedig bis zur apulischen Adria-Stadt Lecce soll der neue Radweg verlaufen.

Von Turin nach Venedig

Das neue Netz soll aus vier großen Radwegen bestehen. Der erste, 679 Kilometer lange Weg soll auf der West-Ost-Achse verlaufen und Turin mit Venedig verbinden. Er soll die Regionen Piemont, Lombardei und Veneto durchqueren.

„Dieser Radweg soll das Kernelement eines Netzes norditalienischer Radwege werden, das zum Beispiel für ganz Europa werden soll“, berichtete der Präsident der Region Lombardei, Roberto Maroni.

Die Region Friaul Julisch Venetien arbeitet schon an einer Verlängerung des Radwegs von Venedig bis nach Triest. Eine zweite, 400 Kilometer lange Strecke soll Verona mit Florenz verbinden. Geplant ist hinzu eine 44 Kilometer lange Umfahrung der Stadt Rom.

Neue Radwege auch im Süden

Auch auf Süditalien sollen sich die Investitionen der Regierung konzentrieren. Geplant ist eine 250 Kilometer lange Radverbindung zwischen Venosa in der süditalienischen Region Basilikata bis Villa Castelli nahe Lecce. Zugleich will sich die Regierung für die Kombination aus Bahn und Rad bemühen. Die neuen Strecken soll an das europäischen Radweg-Netz angebunden werden.

25 Millionen Fahrräder zählt man in Italien, sieben Millionen Italiener nutzen täglich das umweltfreundliche Verkehrsmittel. In Italien besteht viel Aufholbedarf in Punkto Radwege. Lediglich 4.000 Kilometer gibt es im Land.

apa

stol