Als der Papst in Treviso aus der Militärmaschine, die ihn im Morgengrauen von Rom nach Norditalien gebracht hatte, ausstieg, meinte er noch: „Der Tag scheint gut zu sein.“ Doch schon bei der Landung mit dem Hubschrauber auf dem Tennisplatz von Canale d'Agordo, dem Heimatort des Vorgängerpapstes, fing es an in Strömen zu regnen.Dennoch säumte eine dichtgedrängte Menge von mehreren zehntausend Menschen den Weg durch das blumengeschmückte Alpendorf, wo ihn auch der damalige Ministerpräsident Francesco Cossiga willkommen hieß.Gleich anschließend an die Gedenkmesse, fuhr Johannes Paul II. von der Malga Ciapela aus mit einer Kabinenseilbahn auf die Marmolata. Schneetreiben, Wind, Nebel und später Temperaturen von -7 Grad in 3309 Meter Höhe begleiteten ihn auf den Gipfel, wo er eine 2 Meter hohe bronzene Marienstatue auf der „Königin der Dolomiten“ weihte und den apostolischen Segen erteilte.Ohne jegliche Kopf- und HandbedeckungIn den weiten päpstlichen Gewändern, ohne Kopf- und Handbedeckung war er genau der, den man aus unzähligen Bildern, aus dem Fernsehen kannte. Viele Menschen wollten das Oberhaupt ihrer Kirche sehen und versuchten, trotz schlechten Wetters, von allen Seiten des Berges auf den Gipfel zu gelangen, sodass auch die Ordnungskräfte alle Hände voll zu tun hatten. Nur wenige hatten daher das Glück, den Papst hautnah zu erleben, umso begeisterter erzählten sie nachher davon.Die Feier auf dem höchsten Berg der Dolomiten wurde vom italienischen Fernsehen aufgezeichnet und direkt in die ganze Welt ausgestrahlt. 10 Jahre nach seinem Amtseintritt 1978 war Papst Johannes Paul II. im Sommer 1988 unter anderem in Weißenstein zu Besuch.stol