„Die Wunden dieser Katastrophe sind noch immer offen, ebenso wie die Bilder einer Stadt, Genua, die in zwei Teile zerbrochen ist – und das Gefühl der Ungläubigkeit und der Wut, das wir alle in diesen dramatischen Momenten empfunden haben“, schrieb Senatspräsident Ignazio La Russa in sozialen Medien.<BR /><BR />Einer der drei Steher des Polcevera-Viadukts, bekannt auch als Morandi-Brücke, war am 14. August 2018 während eines Unwetters eingestürzt. Er riss dabei ein Teilstück der Fahrbahn mit in die Tiefe. Die innerstädtische Autobahnbrücke war Teil der Autobahn A10 von Norditalien zur französischen Grenze. Anfang August 2020 wurde ein Neubau mit dem Namen San-Giorgio-Brücke eingeweiht.<BR /><BR /><BR />43 Menschen starben bei dem Unglück, Hunderte, die in Häusern unter der Brücke wohnten, wurden obdachlos. Als mögliche Ursache gilt eine allzu nachlässige Wartung des Bauwerks mit seinen stählernen Tragseilen. Die meisten Opfer stammten aus Genua oder aus der Umgebung, aber auch 4 junge Franzosen, 3 Chilenen und ein Kolumbianer kamen ums Leben. <h3> Einige der Opfer der Tragödie</h3>Bei der Katastrophe wurde auch eine ganze Familie ausgelöscht. Ersilia Piccinino stürzte gemeinsam mit Ehemann Roberto Robbiano und ihrem Sohn Samuel 40 Meter in die Tiefe. Das Kind war das erste Todesopfer, das die Rettungskräfte bargen.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1061382_image" /></div> <BR /><BR />Unter den Opfern befand sich auch der 43-jährige aus Neapel stammende Lkw-Fahrer und zweifache Vater Gennaro Sarnataro. Er war gerade auf dem Rückweg aus Frankreich, als er bei der Brücken-Katastrophe sein Leben verlor.<BR /><BR />Ebenfalls unter den Opfern befand sich der 48-jährige Vater Andrea Cerulli. Er war Mitglied bei Genuas Fussballclub „Portuali Voltri“. Auf Facebook schrieb der Fußballclub trauernde Worte an die Familie von Andrea: „Uns blutet das Herz. An die Familie von Andrea, unserem Mitarbeiter, unserem Freund, unserem Kollegen, Opfer der Tragödie der Morando-Brücke. Tschüss Andrea ...“<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1061385_image" /></div> <BR /><BR />„Ein Stück unserer Herzen ist unter den Trümmern der Genua-Brücke geblieben“, schreiben auch die Eltern der 24 Jahre alten Stella Boccia. Die junge Frau aus Monte San Savino in der Provinz Arezzo starb ebenfalls beim Einsturz. Mit Stella Boccia im Auto und somit auch unter den Opfern war ihr 27-jähriger Freund Jesús Erazo Trujillo, ein gebürtiger Chilene.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1061388_image" /></div> <BR /><div class="img-embed"><embed id="1061391_image" /></div> <BR /><BR />Bei dem Unglück ums Leben gekommen sind auch die 29-jährige Krankenschwester aus Sizilien Marta Danisi und ihr 32- jähriger Freund Alberto Fanfani. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1061394_image" /></div> <BR />Auch der 64-jährige Küchenchef Juan Carlos Pastenes und seine Frau Nora Rivera gehören zu den Opfern. Der ursprünglich aus Chile stammende Mann lebte seit über 30 Jahren in Italien.<BR /><BR />Die 34-jährige Elisa Bozzo verlor bei dem Unglück ebenfalls ihr Leben. Freunde hatten auf Facebook nach ihr gefragt, weil sie nichts von ihr gehört hatten. Dann wurde ihnen die traurige Nachricht überbracht.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1061397_image" /></div> Zwei Männer albanischer Abstammung kamen auf dem Weg zur Arbeit ums Leben, darunter der 22- Jährige Marius Djerri, und sein 28 Jahre alter Kollege Edy Bokrina.<BR /><BR />Die zwei Angestellten der kommunalen Umweltfirma Amiu, der 57- jährige Bruno Casagrande und der 31- jährige Mirko Vicini, arbeiteten gerade unter der Brücke, als diese einstürzte. Sie hatten keine Chance.<BR /><BR />4 Freunde, alle knapp über 20 Jahre alt, waren auf dem Weg in die gemeinsamen Ferien nach Nizza und Barcelona. Gerardo Esposito, Giovanni Batiloro, Matteo Bertonati und Antonio Stanzione stammten allesamt aus dem Küstenstädtchen Torre del Greco bei Neapel. Gegen 11 Uhr telefonierten sie noch mit ihren Familien und berichteten, dass sie gerade nach Genua einfahren. Danach folgte Schweigen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1061400_image" /></div> <div class="img-embed"><embed id="1061403_image" /></div> <BR /><div class="img-embed"><embed id="1061406_image" /></div> <BR /><BR />Unter den Opfern befanden sich auch die 20-jährige Französin Axelle Nemati Alizè Plaze. Sie war mit 3 Freunden, darunter Melissa Artus, 22 Jahre, und Nathan Gusman, 20 Jahre und William Pouzadoux, 22 auf dem Weg nach Sardinien. In Genua wollten die drei Franzosen an Bord der Fähre gehen, um auf die Insel zu gelangen.<BR /><BR />Giorgio Donaggio aus Savona war auf dem Weg zum malerischen Küstenort Santa Margherita Ligure. Auch er verlor auf der Brücke sein Leben und hinterlässt nun seine Frau und drei Kinder.<h3> Prozess und Angeklagte</h3>Bereits sei Juli 2022 läuft ein Prozess wegen des Unglücks. Angeklagt sind 59 Personen, darunter Giovanni Castellucci, der Ex-Chef der Autobahngesellschaft Autostrade per l'Italia (ASPI), der einstigen Betreiberin der eingestürzten Brücke. Der Vorwurf lautet auf Fahrlässigkeit, Behinderung der Verkehrssicherheit, Fälschung und vorsätzliches Weglassen von Sicherheitsvorkehrungen.