Es gibt keinen guten Krieg. Denn Krieg hängt mit Greueltaten zusammen. Auch am 4. Mai 1945 ist es in Brixen zu einem Blutvergießen gekommen.<BR /><BR />„Besonders im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine wollen wir der Opfer gedenken und damit ein Zeichen des Friedens setzen“, betonte gestern Guido Margelli, Präsident der Partisanenvereinigung ANPI, am Bahnhof von Brixen. Dort erinnerten Vertreter der Vereinigung ANPI, des Vereins Heimat und der Gemeinde Brixen mit Blumen und einer Schweigeminute der 7 Todesopfer und der Verletzten des Massakers von 4. Mai 1945.<BR /><BR />Gestern vor 77 Jahren war gegen 10 Uhr am Bahnhof von Brixen ein Zug mit Lebensmitteln und Kleidung aus Italien am Bahnhof eingetroffen. Während NS-Soldaten die Waggons plünderten und die Italiener ausschlossen, hielt ein weiterer Zug voller ehemaliger italienischer Militärinternierter aus Deutschland, von denen einige ausstiegen. In dem Gemenge brach Panik aus. <BR /><BR /><Fett>Bahnhofvorsteher ließ Zug abfahren und kam ums Leben</Fett><BR /><BR />Um eine Eskalation und ein Blutbad zu vermeiden, ließ Bahnhofsvorsteher Luigi Manani den Zug der Rückkehrer losfahren. Die Italiener schlugen die deutschen Soldaten in die Flucht. Daraufhin traf eine Patrouille von NS-Fallschirmjägern und -Flaksoldaten ein. Sie schossen auf die Italiener und warfen Handgranaten. 3 Internierte, 2 Eisenbahner (darunter Luigi Manani) und 2 Passanten starben. 3 Personen wurden verwundet. <BR /><BR /><Fett>Gedenktafel erwünscht</Fett><BR /><BR />Vizebürgermeister Ferdinando Stablum unterstrich bei dem Gedenken die Bedeutung der Geschichte. Er bedauerte, dass bei Umbauarbeiten am Bahnhof in den 80er-Jahren die Gedenktafel an das Massaker entfernt worden sei. Laut seinen Recherchen fehle von der Tafel jede Spur. Er regte dazu an, dass ANPI und der Verein Heimat die Anbringung einer Gedenktafel initiieren sollten. <BR /><BR />Die Gemeinde werde das Vorhaben unterstützen. Mit der Niederlegung von Blumen, einem Gedenkschild und einer Schweigeminute endete die Feier. <BR /><BR />7 Menschen sind bei dem brutalen Zusammenstoß am 4. Mai 19... am Bahnhof in Brixen gestorben. Bei der Gedenkfeier wurde ihnen gedacht. Es sind die Eisenbahnmitarbeiter <Fett>Luigi Cicolin</Fett> (37) aus Badia Polesine (Rovigo) und <Fett>Francesco Pontiglio</Fett> (42) aus Franzensfeste sowie „Jarolim“-Hotelgärtner <Fett>Andrea Putelli</Fett> (65) aus Breno (Brescia) und Baustellenarbeiter <Fett>Antonio Carera</Fett> (59). <Fett>Giovanni Lombardelli</Fett> (30) aus Rom, <Fett>Silvio Valero</Fett> (37) aus San Maurizio Canavese (Turin) und <Fett>Luigi Parsani</Fett> (51) aus Scanzorosciate (Bergamo) befanden sich auf der Heimreise aus der Internierung in Deutschland. <BR /><BR />Eisenbahner Ermanno Zung (43), der Brixner Lorenzo Caracristi und der Veteran Ambrogio Bracchi wurden schwer verletzt.