Sonntag, 07. Juli 2019

Vor 80 Jahren - Raubmörder in Bozen hingerichtet

Am heutigen 7. Juli wurde vor 80 Jahren, also 1939, in Bozen/Haslach ein Raubmörder hingerichtet, wohl eine der letzten Exekutionen in Südtirol.

Der Schießstandplatz in Oberau erinnert an den ehemaligen Schießstand; im Gebäude selbst befindet sich jetzt ein Postamt. - Foto: DLife
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Der Schießstandplatz in Oberau erinnert an den ehemaligen Schießstand; im Gebäude selbst befindet sich jetzt ein Postamt. - Foto: DLife

Am 7. Juli 1939 kurz nach 4 Uhr früh fand am alten Schießstand in Haslach/Bozen die Hinrichtung eines 25-jährigen Raubmörders durch Erschießen statt.

Hirte auf der Lüsner Alm beraubt und ermordet

Der Mann wurde vom Schwurgericht Bozen am 1. April 1939 wegen Raubmord, begangen in der Nacht zum 7. September 1938 an einem aus Rodeneck gebürtigen Hirten auf der Lüsner Alm, zum Tode verurteilt.

Am 16. Juni wurde bei der ersten Strafsektion des Kassationshofes in Rom der vom Verurteilten eingebrachte Rekurs gegen das Todesurteil abgewiesen und das vom Schwurgewicht gefällte Todesurteil bestätigt, das wenige Wochen später vollzogen wurde. 

Der Mörder war in der Nacht vom 6. auf den 7. September 1938 in eine einsame Hütte auf der Lüsner Alm eingedrungen und hatte den dort schlafenden Hirten mit einem Holzscheit niedergeschlagen, erwürgt und beraubt.

Mordopfer war seit Kindheit wegen Explosion schwer verstümmelt

Der Überfallene konnte keinen ernstlichen Widerstand leisten, denn er war schwer verstümmelt. Als Knabe war ihm eine blindgegangene Granate beim Ausgraben explodiert, wodurch ihm eine Hand weggerissen, ein Auge verletzt und ein Bein verstümmelt wurde.

Der Mörder raubte seinem Opfer bescheidene 6 Lire und eine Metalluhr. Danach verbarg er die Leiche unter einem Heubündel.

„Ich danke dem Gerichtshof“

Nach der Bekanntgabe des Todesurteils am 1. April im Schwurgerichtssaal in Bozen rief der Verurteilte: „Ich danke dem Gerichtshof, dass er mich von meinem elenden Leben erlöst hat.“   

Da damals, 1939, die Faschisten an der Macht waren, durften nur italienische Ortsnamen verwendet werden, wie ein Blick auf den damaligen „Dolomiten“-Artikel beweist.

„Dolomiten“-Artikel vom 8. Juli 1939

stol/ds

stol