Anlässlich des Weltkrebstages, der heuer unter dem Motto „Krebs lässt sich verhindern“ steht, informierte die Südtiroler Krebshilfe heute zu drei Themen hinsichtlich der Vorsorge und Früherkennung von Krebserkrankungen.Lassen sich Krebserkrankungen durch einen gesunden Lebensstil vermeiden? Diese Frage beantwortete die Onkologin Susanne Baier von der Onkologischen Abteilung des Krankenhauses Bozen: „Man schätzt, dass 60 Prozent aller Krebsarten vermeidbar sind und viele Krebsarten lassen sich heute heilen – vorausgesetzt, sie werden frühzeitig erkannt.“Um das Krebsrisiko zu senken, sollte jeder Einzelne zehn Regeln beachten, die Krebsexperten aus ganz Europa als so genannten „Europäischen Krebs-Kodex“ zusammengestellt haben: Demnach sollte das Rauchen sowie Übergewicht vermieden werden. Tägliche Bewegung, eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse sowie wenig bis gar kein Alkoholkonsum helfen zudem, Krebserkrankungen vorzubeugen.Als weitere Regeln gilt ein ausreichender Schutz vor der Sonnenstrahlung und vor krebserregenden Stoffen. Um mögliche Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen, sollte der eigene Körper kontinuierlich beobachtet und bei Veränderungen ein Arzt aufgesucht werden. „Zudem ist die Teilnahme an den Screening-Programmen zur Früherkennung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs sowie Darm- oder Prostatakrebs sowie die Impfungen gegen Hepatitis B und Papilloma-Viren zu empfehlen“, so die Onkologin.Screening bedeutet, dass allen Menschen einer Altersgruppe ohne Krankheitsanzeichen eine bestimmte Untersuchung angeboten wird. Das Ziel dieser Screening-Untersuchung ist es, eine Krankheit so frühzeitig zu erkennen, sodass sie gut zu behandeln ist. Mammographie-Screenings: ein sicherer Weg für die Brustkrebs-Früherkennung?Über das Mammographie-Screening in Südtirol informierte Dr. Carmen Stevanin, Radiologin undVerantwortliche der Radiosenologie am Krankenhaus Bozen.„Das Screening des Mammakarzinoms richtet sich an 50- bis 69-jährige Frauen, die in den letzten 18 Monaten keine mammographische Untersuchung vorgenommen und sich keiner therapeutischen Behandlung des einschlägigen Tumors unterzogen haben. Sie erhalten alle zwei Jahre eine schriftliche Einladung zur kostenlosen Mammografie.“ Die Vorteile dieses Screenings, das im Jahr 1992 von der Landesregierung genehmigt wurde, liegen unter anderem darin, dass die Frauen gezielt angesprochen und informiert werden. „Die Teilnahme an den mammographischen Untersuchungen liegt im Landesdurchschnitt bei 62,55 Prozent – das ist zwar zufrieden stellen, aber könnte durchaus verbessert werden!“ So konnten bezogen auf die Frauen, die in den Jahren 2003 bis 2005 am Screening teilnehmen, insgesamt 318 bösartige Brusttumore diagnostiziert werden, bei 122 Fällen wurde der Tumor durch das Screening entdeckt.Massentests an Gesunden: Sind PAP-Test, PSA-Screenings & Co. Tatsächlich sinnvoll?Neben dieser Maßnahme zur Früherkennung des Brustkrebses werden in Südtirol weitere Screening-Programme angeboten, beispielsweise zur Früherkennung des Darmkrebses sowie des Gebärmutterhalskrebses. „Zum so genannten Pap-Test werden alle ansässigen Frauen im Alter zwischen 23 und 65 Jahren eingeladen, die seit mindestens drei Jahren den Test nicht durchgeführt haben“, erläutert Primar Guido Mazzoleni vom Dienst für Pathologische Anatomie und Histologie sowie Verantwortlicher des Tumorregisters Südtirol.Dieses Landesprogramm zur Frühdiagnose des Zervixkarzinoms läuft seit dem Jahr 1999.Vor allem junge Frauen im Alter von 25 bis 45 Jahren nehmen an diesem Screening-Programm teil, insgesamt unterziehen sich rund 74,02 Prozent der Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren einem Pap-Test. Mittlerweile hat eine italienische Studie, durchgeführt von NTCC (New Technologies for Cervical Caner Screening) jedoch festgestellt, dass ein genetischer Test eine effizientere Früherkennungsmaßnahme ist als der traditionelle Pap-Test. „Screenings sind jedoch trotzdem sinnvoll – vorausgesetzt, sie werden nach den hohen Qualitätsstandards der internationalen Richtlinien ausgeführt“, erläutert Guido Mazzoleni.Vortragsreihe in Brixen und MeranEinen Beitrag zur Vorsorge und Früherkennung von Krebserkrankungen leisten auch dieSüdtiroler Krebshilfe und das Brustgesundheitszentrum Brixen-Meran. Sie laden in diesemJahr alle Interessierten zu einer sechsteiligen Vortragsreihe in Brixen und Meran ein, bei derFachexperten die Möglichkeiten und Grenzen der Krebsprävention und Früherkennungaufzeigen. Die ersten Infoabende zum Thema „Wie kann ich Krebserkrankungen vorbeugen?“ finden am 24. Februar im Krankenhaus Meran und am 25. Februar im Forum Brixen, jeweils mit Beginn um 19.30 Uhr statt. Der Eintritt ist kostenlos, die Referate werden simultan in die italienische Sprache übersetzt.