Im Jahr 2004 drückte die Regierung eine Kulturrevolution durch. In Gaststätten und anderen öffentlichen Räumen darf seit 29. März nicht mehr geraucht werden. Die Raucher tobten, die Gastwirte tobten, die Tabak-Lobby sowieso.Prominente, wie U2-Frontmann Bono, brachen demonstrativ in der Öffentlichkeit den Bann. Irland stand Kopf – und wurde zum Vorbild für die ganze Welt.Zehn Jahre später gibt es Rauchverbote nicht nur in ganz Europa, sondern auch in Ländern wie Iran oder Bangladesch.Rauchfreie Pubs in Umfragen bei über 70 ProzentIn Umfragen liegt die Zustimmung für rauchfreie Pubs regelmäßig bei weit über 70 Prozent. „Tabak ist der tödlichste Konsumartikel, der je auf den Markt gebracht wurde“, fast Pat Doorley, Vorsitzender des irischen Royal College of Physicians – einer Art Ärztekammer – die Stimmung zusammen. Selbst die Gastwirte, die jahrelang das Pub-Sterben in Irland auf das Rauchverbot zu schieben suchten, sind inzwischen milder gestimmt. „Wir wollen die Raucher nicht im Pub zurückhaben“, sagt der Präsident der irischen Wirtevereinigung VFI, Gerry Rafter. Bis 2025 komplett tabakfrei?Die irische Regierung arbeitet konsequent weiter am Nichtraucherschutz.Bis 2025, so die Vision von Gesundheitsminister James Reilly, soll sein Land komplett tabakfrei sein.„Jedes sterben in Irland mindestens 5200 Menschen an den Folgen von Tabakkonsum“, sagt Reilly. Raucher-Lobbyist John Mallon sieht das komplett anders.Es sei „moralisch verwerflich“, das Rauchen als etwas Unnormales zu brandmarken. Derzeit ziehen in Irland nach offiziellen Statistiken noch 22 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren regelmäßig am Glimmstängel – Tendenz fallend.apa/dpa