Feuerwehrleute, Polizeibeamte der Spurensicherung und Landesumweltagentur hatten am Dienstagnachmittag bis in den Abend hinein das Schulgebäude untersucht. Natürlich, sagt FOS-Direktor Markus Dapunt, hätte man gerne darauf verzichtet, „aber bei Hunderten jungen Leuten ist allen Beteiligten lieber, dass alles unternommen wird, um für Sicherheit und Klarheit zu sorgen – also lieber zu viel als zu wenig“.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1143042_image" /></div> <b><BR /><BR />Christian Auer, Leiter der Fachgruppe Gefahrgut innerhalb der Berufsfeuerwehr</b> (Bild), hat sich mit dem Vorfall in der FOS genauer befasst. <BR /><BR /><BR />„Anfangs war die Situation sehr unübersichtlich. Eine erste Vermutung war eine E-Vape, eine E-Zigarette mit etwaigen Zusatzstoffen. Dieses Problem hätte aber mit der Belüftung des Raums durch die Feuerwehr erledigt sein müssen, war es aber nicht. Also hatte man es mit etwas Persistentem zu tun, etwas, das nicht sichtbar war, aber Geruch absonderte“, erklärt Auer. Weil dann nicht nur 4 Mädchen, sondern über 20 Schüler über Beschwerden klagten, wurde Manv-2 – Massenanfall von Verletzten – ausgerufen. <BR /><BR />Nachdem erst in den vergangenen Wochen im Meraner Raum ein Jugendlicher wegen Terrorgefahr verhaftet worden war, wurde auch die Spurensicherung der Staatspolizei hinzugezogen.<BR /><BR />Noch am Dienstagnachmittag hat die Feuerwehr Meran die Luft im Klassenzimmer und im Schulgebäude auf industrielle Stoffe überprüft. Die Landesumweltagentur hatte mittels Vakuum-Metallkugel Luftproben genommen und auf spezielle chemische Stoffe untersucht, die mitunter eingesetzt werden, um Personen zu schaden. „Aber alle Proben waren negativ. Also bekam der FOS-Direktor gegen 18 Uhr grünes Licht für den Unterricht tags darauf. Ich wollte der Sache trotzdem genauer auf den Grund gehen“, sagt Auer.<BR /><BR />Beim Betreten des Klassenzimmers habe es so gerochen, „wie wenn man ein Bad betritt nach der Morgentoilette eines Mädchens. Ich habe selbst Töchter“, sagt Auer schmunzelnd. Jeder Zentimeter der Klasse wurde in der Folge nach einer Quelle abgesucht. „Aber alle Schultaschen waren weg“, sagt Auer. Man gehe davon aus, dass es sich um eine 250 Milliliter Deo-Spray-Flasche handelt, deren Inhalt sich in der Klasse verbreitet hat. <h3> „Es gibt 3 Möglichkeiten“</h3>„Es gibt 3 Möglichkeiten: Absicht, eine kaputte Spraydose oder aber dass in einer Schultasche ein Buch auf den Druckknopf gedrückt hat und sich der Inhalt über die Mittagspause entleert hat. Und Deo-Sprays sind dazu gemacht, dass sie persistent sprich dauerhaft riechen und anhaften, in diesem Fall an Wänden, Möblierung und Fußboden. Die starken Duftstoffe verursachen eine intensive Reizung, der man normalerweise nicht in solch einer hohen Konzentration ausgesetzt ist“, so Auer. <BR /><BR />Konnte zweifelsfrei geklärt werden, dass ein Deo-Spray die Ursache war? „Nein, das ist eine Vermutung, da wir das Spray nicht gefunden haben, aber der Geruch war identisch und die Umstände deuten drauf hin“, so Auer. Warum fühlten sich auch Schüler in anderen Stockwerken und Klassen schlecht? Das habe vermutlich mit einer Art Nachahmungsdynamik zu tun, so Fachmann Auer. „Zudem ist zu sagen, dass sich diese Nachricht mit vielen Halbwahrheiten über die sozialen Medien in Windeseile verbreitet hat und jeder hat den Vorfall noch ein bisschen mehr und ,toller‘ ausgeschmückt, dass es auch viele lesen“, meint Auer.<BR /><BR />Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet. Es sei nicht ausgeschlossen, dass das Deo eingesetzt worden sein könnte, um etwas anderes zu überdecken.