Montag, 12. November 2018

Vorfall der Gewalt in Brixen: Die Betroffene berichtet

Einem 19-jährigen Nigerianer wird vorgeworfen, am Freitag versucht zu haben, der Leiterin der Flüchtlingsunterkunft Ex-Schenoni-Kaserne sexuelle Gewalt anzutun. Er wurde wegen Widerstands und versuchter sexueller Gewalt verhaftet und sitzt nun im Gefängnis. Im Tagblatt „Dolomiten“ erzählt das Opfer vom Vorfall.

In der ehemaligen Schenoni-Kaserne in Brixen sind derzeit 60 Asylbewerber untergebracht.
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In der ehemaligen Schenoni-Kaserne in Brixen sind derzeit 60 Asylbewerber untergebracht. - Foto: © D

Wilma Huber, Leiterin der Flüchtlingsunterkunft, bestätigte den Vorfall, zu dem es am Freitag in der Struktur gekommen ist. Ausgehend von einem Twitter-Eintrag von Innenminister Matteo Salvini waren am Sonntag in den sozialen Netzwerken wilde Gerüchte mit Verteufelungen verbreitetet worden (STOL hat berichtet).

Huber berichtete dem Tagblatt „Dolomiten“, dass ein 19-jähriger Flüchtling aus Nigeria, der psychisch krank sei, versucht habe, ihr Gewalt anzutun. Bereits seit 2 Tagen habe sich der Mann zum wiederholten Male hemmungslos gezeigt. Dabei habe er auch immer wieder andere Flüchtlinge belästigt.

Mann wurde erst ins Krankenhaus, dann ins Gefängnis gebracht

Als Huber ihn zurechtgewiesen habe, habe der Mann nicht mehr von ihr abgelassen. Der 19-Jährige sei ihr ständig gefolgt, auch in die privaten Räume, zu denen die Flüchtlinge keinen Zugang haben. Dabei habe der Mann wie besessen Liebesschwüre gemurmelt und versucht, sie an ihren Armen zu fassen. Huber wehrte sich. Schließlich habe der Nigerianer sie gegen eine Wand gedrückt und begrapscht. Daraufhin schlug Huber Alarm.

Carabinieri und Notarzt eilten in die Flüchtlingskaserne, nahmen den Vorfall auf und brachten den Mann ins Krankenhaus und Huber in die Notaufnahme zur Aufnahme der Verletzungen. Sie hatte mehrere Hämatome davongetragen. Die Carabinieri teilten am Sonntag mit, dass der Mann wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und versuchter sexueller Gewalt verhaftet wurde.

Nach der Untersuchung im Krankenhaus wurde der Nigerianer ins Gefängnis von Bozen überstellt. Am heutigen Montag fand die Haftprüfung statt. Das ist bereits das fünfte Mal, dass der Mann auffällig wurde. Huber wurde inzwischen versprochen, dass der 19-Jährige psychisch auffällige Mann nicht wieder in die Unterkunft nach Brixen gebracht wird.

„Können uns nicht auch noch um psychische Probleme kümmern“

Sie hatte den Mann schon vor dem Vorfall mehrmals in die Psychiatrie bringen lassen. „Er kam immer wieder zurück, da die Psychiatrie keine rechtliche Grundlage hat, ihn zu behalten“, berichtete Huber. Sie bedauerte den Vorfall. Es sei der erste Zwischenfall seit der Öffnung der Flüchtlingsstruktur in Brixen.

„Wir können uns nicht um Flüchtlinge mit psychischen Problemen und Auffälligkeiten in den Unterkünften kümmern. Dafür bedarf es eines eigenen Hauses“, unterstrich Huber zum wiederholten Mal. Immer wieder hatte die Leiterin eine eigene Unterkunft für psychisch kranke Flüchtlinge gefordert. Sie würden Probleme in die Strukturen und zwischen die Flüchtlinge bringen. „Hier bedarf es endlich einer eigenen Unterkunft, die den Problemen gerecht wird“, sagte sie.

D/mpi

Den vollständigen Artikel und alle Hintergründe gibt es in der aktuellen Ausgabe des Tagblatts "Dolomiten".

stol