Mittwoch, 11. Dezember 2019

Vorhaben wird präsentiert

Unternehmen können bis 17. Jänner Interesse für das Projekt Bahnhofsareal Bozen bekunden. Am 24. Jänner wird das Vorhaben präsentiert. Die gesammelten Infos fließen in die Ausschreibung ein.

Das komplexe Projekt zur Aufwertung des Bahnhofsareals in Bozen betrifft eine Fläche von 48 Hektar.
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Das komplexe Projekt zur Aufwertung des Bahnhofsareals in Bozen betrifft eine Fläche von 48 Hektar. - Foto: © LPA/ARBO

Die Vorbereitungen für das umfassende Entwicklungsprojekt für das Bahnhofsareal in Bozen sind einen Schritt weiter, kündigte Landeshauptmann Arno Kompatscher am Mittwoch im Rahmen der Pressekonferenz nach der Landesregierungssitzung in Bozen an.

Die Gesellschaft ARBO – Areal Bozen ABZ – AG veröffentlicht am Donnerstag auf ihrer Webseite (www.arealbozen.it) die Bekanntmachung des Markttests und einer Roadshow, also einer öffentlichen Präsentation für die städtebauliche Aufwertung des großen Gebiets im Nordosten des historischen Zentrums Bozens zwischen dem Bahnhof und dem Stadtviertel Bozner Bozen.

Die Bekanntmachung wird bis zum 17. Jänner 2020 auch auf den Internetseiten der beiden ARBO-Gesellschafter, Land und Gemeinde Bozen, veröffentlicht. Bis zu diesem Termin haben Wirtschaftssubjekte, die über die erforderlichen Voraussetzungen verfügen, Zeit, eine Interessenbekundung für jene Arbeiten vorzulegen, die im Rahmen des einheitlichen Programms zur territorialen Aufwertung (PUVaT) auf einer Fläche von insgesamt 48 Hektar geplant sind.

Informationen für alle bereitgestellt

„Für solche große internationale Ausschreibungen ist dies die übliche konsolidierte Prozedur, um maximale Transparenz für alle Marktteilnehmer zu garantieren. Sämtliche Informationen werden immer für alle bereit gestellt“, unterstrich Kompatscher.

Die Umsetzung dieses komplexen Entwicklungsprojekts wird nicht nur die Stadt Bozen, sondern vor allem auch die Mobilität in und außerhalb der Stadt durch die Verlagerung der Bahn in die Nähe des Virgls und den Bau eines Intermodalzentrums mit einem neuen unterirdischen Busbahnhof unter dem aktuellen Zugbahnhof verändern. „Damit lässt sich der öffentliche Personennahverkehr in und um Bozen besser organisieren, was grundlegend ist, um die Mobilitätssituation in der Stadt zu verbessern und mehr Lebensqualität zu schaffen“, sagt Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider.

Markttest am 24. Jänner

Der Markttest selbst findet am 24. Jänner statt. An diesem Tag wird das Land die Vorhaben für die Aufwertung des Bozner Bahnhofsareals der Öffentlichkeit vorstellen. Landeshauptmann Kompatscher, der Bozner Bürgermeister Renzo Caramaschi, ARBO-Präsident Hans Schmiedhofer, der Geschäftsführer der italienischen Bahngesellschaft FS Sistemi Urbani Umberto Lebruto und die zuständigen Techniker werden bei dieser Roadshow Details zum Vorhaben erklären. Ziel ist es, die Inhalte des PUVaT, die urbanistischen Vorgaben, die wirtschaftlichen und finanziellen Aspekte sowie den rechtlichen Kontext zu vertiefen und zudem auszutesten, ob das Projekt für den internationalen Markt interessant ist.

Alle so gesammelten Informationen sollen mit einfließen, wenn es darum geht, das Vorhaben im Frühjahr europaweit auszuschreiben. Dieses Verfahren hat einen doppelten Zweck: Zum einen treten Land und Gemeinde Bozen ihre gesamte Beteiligung an der ARBO ab. Zum anderen wird die Umsetzung des PUVaT an private Unternehmen übertragen, die dann die geplanten Infrastrukturen bauen.

Ausschreibung im Frühjahr 2020

Der Zeitplan sieht die Veröffentlichung der Ausschreibung im Frühjahr 2020 und die entsprechende Zuweisung für das erste Halbjahr 2021 vor. Bis Juni 2022 soll die Gesellschaft privatisiert werden und die Arbeiten sollen beginnen. Voraussichtlich werden die Arbeiten zehn Jahre dauern.

Im Projekt ist ein Bauvolumen von 1,2 Millionen Kubikmetern vorgesehen. Die Gebäude werden teilweise auf Flächen errichtet, die frei sind, sobald die nicht mehr benutzten Gleise beim Bahnhof entfernt werden. Die Investitionssumme wird auf 1,4 Milliarden Euro geschätzt.

Bis zu 1800 Wohnungen

Zwischen 26 und 45 Prozent des gesamten Bauvolumens ist für Wohnungen vorgesehen. Demnach können bis zu maximal 1800 Wohnungen entstehen.

Die verbleibenden Bauvolumen werden für öffentliche Dienste, Industrie, Handel sowie den tertiären Sektor und die Verwaltung verwendet. Sie können auch für Mobilität, Kultur und Tourismus genutzt werden.

lpa/stol