In Bozen soll eine Tramlinie gebaut werden, die vom Zentrum aus über Sigmundskron bis nach Terlan fahren soll; das Überetsch soll von Kaltern bis Sigmundskron mit einem MetroBus auf Rädern an die Landeshauptstadt angebunden werden. Dort sollen die Fahrgäste dann entweder mit dem MetroBus in Richtung Krankenhaus, mit der Tram (mit mehreren Haltestellen) in Richtung Bozen-Zentrum, nach Terlan, oder mit dem Zug in Richtung Bozen Süd/Industriezone fahren."Bozen braucht eine Tram", so der Bozner Vize-Bürgermeister Klaus Ladinser am Freitag auf einer Pressekonferenz in Bozen. "Die Tram könnte über die Drususstraße bis nach Sigmundskron und auf der Bahnlinie sogar bis nach Terlan führen.""Entscheidung bis Ende des Jahres möglich"Eine Verkehrsanalyse habe ergeben, dass das Kombisystem derzeit die beste Lösung sei, so Verkehrslandesrat Thomas Widmann am Freitag auf der Pressekonferenz. „Die Kombination zwischen einem Tram-System im Stadtbereich und dem Einsatz von MetroBussen mit Vorzugsspur von Sigmundskron bis ins Überetsch ist realisierbar und finanzierbar.“ Das Konzept soll in den kommenden Monaten in der Öffentlichkeit und in der Politik diskutiert werden. „Wir müssen einen Grundkonsens finden. Ich glaube aber, dass bis Ende des Jahres eine Entscheidung fallen kann“, betonte Widmann. Dann könne das Konzept in nicht allzu langer Zeit umgesetzt werden.Widmann setzt sich stark für die Lösung MetroBus ein: „Damit sind wir flexibler und die Kosten sind mit 40 Millionen Euro maximal weiteraus niedriger als bei einer Tram, die weit über 100 Millionen Euro kosten würde.“In einen MetroBus, der einen Hybrid-Antrieb haben könnte, passen ca. 220 Personen. „Da vor allem morgens und abends extrem viele Leute nach Bozen und dann zurück ins Überetsch wollen, tagsüber aber weitaus weniger, könnte man die Busse dementsprechend anbieten“, so der Landesrat.Diese Busse bekämen, so das Projekt der drei Gemeinden, eine Vorzugsspur und intelligente Ampeln, die auf grün schalten, sobald sich der Bus nähert.Laut Raimund Fill, Gemeindereferent von Kaltern, müsste für die Strecke zwischen Sigmundskron und dem Überetsch die Straße teilweise ausgebaut werden, um die Vorzugsspur umsetzen zu können, ohne die die Lösung MetroBus keinen Sinn macht. Die Strecke führe wohl über die Trasse, die schon für die Tram vorgesehen gewesen sei. Dabei brauche es auch Enteignungen.„Von Sigmundskron aus ginge die Vorzugsspur über Frangart und durch einen Tunnel in Richtung Pillhof. Von dort würden die Busse vorbei an der Paulsner Höhle zum ehemaligen Bahnhof von St. Michael/Eppan fahren. Über die Untere Gand ginge es am Radweg entlang zu den Kellereien nach Kaltern. Von dort könnte die Strecke über die Maria Theresien-Straße bis zur Talstation Mendelbahn fahren“, erklärte Fill gegenüber STOL. "Der Radweg zwischen Kaltern und Eppan würde nicht wegfallen. Er müsste verbreitert werden, um dem Bus und den Radfahrern Platz zu bieten", so Fill. Er könne sich zudem vorstellen, die MetroBus-Strecke bis zum Kalterer See auszudehnenZubringerdienste und neuer Bahnhof SigmundskronLaut Widmann ist die Lösung MetroBus ohne Zubringerdienste zu den Haltestellen nicht denkbar. "Es braucht mehr Citybusse, aber auch Anfahrtswege für Radfahrer sowie Gehwege", so der Landesrat, der sich in Sigmundskron einen neuen, weitaus größeren Bahnhof wünscht, der als Verkehrsknotenpunkt dienen soll. Widmann kündigte zudem den Bau eines großen Parkhauses mit bis zu 1000 Stellplätzen in Sigmundskron an.Als Standort für einen neuen Bahnhof Sigmundskron brachte er am Freitag das Gelände des MeBo-Centers, das seit Jahren leer steht, ins Spiel. "Zwei Prozesse gegen den Besitzer hat das Land bereits gewonnen, jetzt warten wir auf das Urteil des Staatsrates, das noch im Sommer gesprochen werden könnte", betonte Widmann, der ebenso wie Ladinser eine Unterführung an den Schranken in Sigmundskron für absolut notwendig hält.rbÜberzeugt Sie das neue Verkehrskonzept für den Großraum Bozen-Überetsch? Stimmen Sie bei unserer TED-Umfrage ab.