<b>Von Johannes Vötter</b><BR /><BR /><I>„Ihr Konto ist vorübergehend eingeschränkt – Bitte überprüfen Sie Ihre Aktivität“</I>. So oder so ähnlich heißt es in E-Mails, die anlässlich der Rabatt-Aktionen rund um die „Prime Days“ letzthin gar einige Kunden von „Amazon Deutschland“ erhalten haben – und zwar unter dem warnenden Betreff „Wichtige Sicherheitswarnung: Ungewöhnliche Aktivitäten erkannt“.<BR /><BR />De facto ist das ein Klassiker in Sachen versuchter Datenklau, im Cyberjargon bekanntermaßen „Phishing“ <I>(abgeleitet von „Password-Fishing“)</I> genannt. Der aber dreist und vor allem ungeniert mit genau dieser Grundangst spielt, welche die Verfasser geschickt sogar thematisieren: Angeblich seien am 6. Oktober ungewöhnliche Aktivitäten beim betreffenden Amazon-Konto festgestellt worden.<BR /><BR />So sei offenbar von einer unbekannten IP-Adresse in den Niederlanden versucht worden, auf genau dieses Konto zuzugreifen. Daher solle der Kunde nun die Aktivität bestätigen oder sofortige Maßnahmen treffen. So sei etwa das Passwort zu ändern und das Konto mit der „empfohlenen Sicherheitssoftware“ zu überprüfen. Dies könne man über den in der E-Mail angegebenen Link tun …<h3> In so einem Fall gilt: „Bitte nicht anklicken!“</h3>Und davor warnten zuletzt vor allem deutsche Verbraucherschützer – online unter <?Uni SchriftWeite="94ru"> www.verbraucherzentrale.de<?_Uni> bzw. auch über die Medien. Ein Aufruf, der allerdings hierzulande nicht „überhört“ werden sollte, shoppen doch Herr und Frau Südtiroler – vor allem in Hinblick auf deutschspra<?Uni SchriftWeite="97ru"> chige Weihnachtsgeschenke<?_Uni> – auch gerne mal digital jenseits der Landesgrenzen.<BR /><BR />Wobei die Zahl der klassischen Phishing-Opfer hierzulande mittlerweile sehr gering ist, wie etwa Rebecca Berto vom Bozner Büro des Europäischen Verbraucherzentrums Italien (EVZ) bestätigt: „Die Leute sind sensibilisiert, wie derartige Phishing-Versuche zu enttarnen sind. Im konkreten Fall erkennt man es an der unseriösen Absende-Adresse, die nicht mit jener des Kundencenters korrespondiert.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1091766_image" /></div> <BR /><BR />Und weil dieses Phishing per E-Mail nicht mehr so leicht klappt, haben die Täter mittlerweile Methode gewechselt und gehen ihre potenziellen Opfer nun viel direkter an. Das beobachtet auch Berto: „Statt Phishing heißt es jetzt verstärkt ‚Smishing‘ <I>(per SMS; Anm. d. Red.)</I> – oder ‚Vishing‘ <I>(per ‚Voice‘, also Anruf; Anm. d. Red.)</I>. Hier kann leichter und schneller entsprechend Druck aufgebaut werden, dass jemand doch einen Link anklickt und private Daten angibt.“ <BR /><BR />Stellt sich die Frage, wie sich Betroffene wehren können, wenn sie so in die Falle getappt sind. Hier hat Berto mehrere Tipps: „Den Tätern geht es darum, die Daten von Bank oder Kreditkarte zu kapern. Problematisch ist es, wenn zudem die E-Mail-Adresse gehackt wurde. Dann können die Täter Ware auf Kosten ihrer Opfer kaufen und haben auch Zugriff auf die Verkaufsbestätigung. So einen Fall hatten wir bereits. Dann gilt es, sofort eine Anzeige bei den Behörden zu machen und das Kundencenter zu kontaktieren, um die Einkäufe zu stoppen und rückgängig zu machen.“ <BR /><BR />Und zu noch etwas rät sie, vor allem beim Online-Shopping: „Besser ist es, keine Kreditkarte fix zu hinterlegen, sondern eine Prepaid-Karte. Dann hält sich der finanzielle Schaden auf jeden Fall in Grenzen.“