Dienstag, 15. Januar 2019

Vorsicht „Sextortion“: Bei Pornokonsum gefilmt?

Ungewollt beim Konsum pornografischer Inhalte gefilmt? Auch in Südtirol sind betrügerische Mails im Umlauf. Die Polizei warnt vor der sogenannten Sextortion.

Durch die Webcam sollen verhängnisvolle Videos entstanden sein, drohen die Betrüger.
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Durch die Webcam sollen verhängnisvolle Videos entstanden sein, drohen die Betrüger. - Foto: © shutterstock

Unter „Sextortion“, was sich aus den Begriffen Sex und Extortion (englisch für Erpressung) zusammensetzt, versteht man eine Erpressungsmethode, bei der eine Person mit Bild- oder Videomaterial erpresst wird, dass sie beim Vornehmen sexueller Handlungen und/oder nackt zeigt.

Einige dieser Fälle soll es laut der Post- und Kommunikationspolizei Abteilung Bozen in den vergangenen Tagen auch in Südtirol gegeben haben. So berichten die Ordnungshüter, dass zuletzt vermehrt Hinweise von Bürgern eingingen, die in ihrem E-Mail-Posteingang Nachrichten erhielten, dass sie Hacking-Opfer geworden seien.

Fernaktivierung der Webcam? 

Die betreffende E-Mail informiert die Empfänger, dass auf dem Gerät ein ‚Trojaner‘ installiert wurde, der eine Fernaktivierung an der Webcam veranlässt und den Empfänger, ohne dass er es bemerkt filmt, während er Pornos anschaut, erklärt die Post- und Kommunikationspolizei.

Die Absender der Mails betonen laut Polizei auch, dass eine Software sämtliche Informationen über die Kontakte des Empfängers, sowohl was die sozialen Medien wie Facebook betreffe, als auch die Mail-Kontakte, gesammelt habe. Augenscheinlich solle das „verhängnisvolle Video“ dann an diese geschickt werden. Die Mails schließen damit, dass alle gesammelten Daten gelöscht würden, nachdem der Empfänger innerhalb von 2 Tagen eine Überweisung von 300 Dollar in Bitcoin veranlassen würde - andernfalls würden man die Betrüger die Filme für alle Kontakte freigegeben.

Postpolizei: „Keine Panik“ 

Jedoch sei Panik fehl am Platz, beruhigt die Postpolizei. „Den Bürgern wird empfohlen, die angeforderte Summe nicht zu bezahlen, da es sich um E-Mails handelt, die nach dem Zufallsprinzip verschickt werden und versuchen, den Benutzer irrezuführen“, so die Ordnungshüter. Der Benutzer habe jedoch nichts zu befürchten.

Die Polizei erinnert die Bürger jedoch daran, dass im Internet stets Vorsicht geboten ist. Man solle nicht übereilt die E-Mails, insbesondere einen Anhang öffnen oder auf dubiose Links klicken. Zudem solle man den Computer nicht mit Administratorenprofil verwenden, um so eine automatische Installation der meisten Gefahren zu vermeiden. So oft wie möglich gelte es, ein Daten-Backup durchzuführen. Das Antivirenprogramm sollten Benutzer immer auf dem neuesten Stand halten. 

„Als weitere Vorsichtsmaßnahme sollte man nicht versehentlich die Webcam anlassen, bzw. sie ausschließen oder, falls keine Abdeckung vorhanden sein sollte, die Kamera mit Klebeband verdecken“, schließt die Postpolizei.

stol

stol