Freitag, 19. April 2019

Vorsorge gegen Apfel- und Pfirsichwickler

Wenn Männchen auf Weibchen treffen, passiert, was passieren muss: Sie pflanzen sich fort. Dies gilt auch für Apfel- und Pfirsichwickler. Aber: Des einen Freud ist des anderen Leid. Und die Leidtragenden in diesem Fall sind Apfelbauern, die sich mit Apfel- und Pfirsichwicklern abplagen müssen.

Eine ausgewachsene Apfelwickler-Raupe frisst sich bis zum Kernhaus vor. - Foto: Südtiroler Apfelkonsortium
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Eine ausgewachsene Apfelwickler-Raupe frisst sich bis zum Kernhaus vor. - Foto: Südtiroler Apfelkonsortium

Um nicht den Schädling selbst bekämpfen zu müssen – etwa mittels Pflanzenschutzmittel – packen die Bauern das Problem an der Wurzel. Sie versuchen, die Fortpflanzung der schädlichen Raupen zu unterbinden, berichten Robert Wiedmer, Leiter des Südtiroler Beratungsrings für Obst- und Weinbau und Alois Oberrauch vom Plonerhof in St. Michael.

Kaum wird es Frühjahr, treiben die Blüten der Apfelbäume und auch die Schädlinge erwachen wieder mit in den Obstwiesen – so zum Beispiel die Apfel- und Pfirsichwickler.

Eierablage in der Abenddämmerung

Um Männchen zur Befruchtung anzulocken, setzen die Weibchen einen eigenen Duftstoff (Sexualpheromon) frei. Im Frühjahr fliegen die Weibchen in der Abenddämmerung und legen auf den jungen Früchten die Eier ab, aus denen die Raupen schlüpfen. Diese bohren sich fressend in Äpfel und Pfirsiche und vernichten so die Ernte.

Die Obstbauern versuchen die Fortpflanzung der Apfel- und Pfirsichwickler zu verhindern. Sie verwirren die Schädlinge, zum Beispiel mit so genannten Aerosoldispensern – dabei setzen sie in diesem Jahr erstmals kombinierte Aerosoldispenser ein, die sowohl Apfel- als auch Pfirsichwickler gleichzeitig verwirren.

Fälschung des Lockstoffs der Weibchen

Aerosoldispenser sind Behälter, die synthetisch hergestellte Duftstoffe enthalten. Diese Duftstoffe sind dem Lockstoff der Weibchen nachempfunden.

Die Behälter mit den Duftstoffen werden in den Apfelanlagen aufgehängt, um in periodischen Abständen in den Nacht- und Abendstunden die Duftstoffe zu versprühen. Die Männchen verlieren so die Orientierung und haben keine Möglichkeit, die Weibchen zu finden.

Somit gibt es keine Paarung, keine Fortpflanzung, keine Fruchtschäden.

Pfirsichwickler tritt nur unregelmäßig auf

Während der Apfelwickler einer der Hauptschädlinge im Apfelanbau ist, tritt der Pfirsichwickler nur unregelmäßig und punktuell auf – das letzte Mal 2018 im Raum Leifers und Unterland.

Wo er allerdings auftaucht, wütet er hemmungslos: In stark befallenen Anlagen führte er letztes Jahr zu sehr hohem Ernteausfall.

stol

stol