Die Einladung zum Screening flattert ins Haus. Man legt sie auf die Seite, vergisst sie oder will einfach nicht daran teilnehmen. Statistisch gesehen kommt das in Südtirols Haushalten häufig vor. Im Jahr 2022 nahmen an der Früherkennung von Brustkrebs 52 Prozent der eingeladenen Frauen teil und am Screening von Darmkrebs gar nur 31 Prozent der dazu eingeladenen Personen. <h3> Vorsorge ist das Um und Auf</h3>Der neue Landespräventionsplan 2026-2030 beruht auf mehreren Säulen, u.a. physische Prävention (siehe untenstehende Berichte). Geplant sind der Ausbau von Screenings und die Analyse der bisherigen Teilnahmequoten. <BR /><BR />„Wir müssen die Datenqualität verbessern, um Veränderungen besser zu kontrollieren“, sagt Sanitätsdirektor Dr. Josef Widmann. Er war kürzlich einer der Teilnehmer am Workshop, bei dem die strategische Ausrichtung des neuen Plans festgelegt wurde. <BR /><BR /><embed id="dtext86-72406401_quote" /><BR /><BR />Doch wie überzeugt man Herr und Frau Südtiroler, z. B. an einem Krebsfrüherkennungsprogramm teilzunehmen? „Die Menschen müssen gut informiert werden. Wir als Sanitätsbetrieb überlegen uns, wie wir mit der Bevölkerung in Austausch treten können“, berichtet Dr. Widmann. <BR /><BR /> Die Veranstaltungsreihe „Forum Gesundheit Südtirol“ bringe die unterschiedlichsten Gesundheitsthemen näher. „Auch die Hausärzte spielen eine wichtige Rolle, wenn es um Information und Vertrauen geht.“ Bei Prävention behandle man nicht, sondern beuge vor. „Die Auswirkungen davon sehen wir erst nach vielen Jahren“, so Dr. Widmann.<h3> Fast jeder Dritte hat eine chronische Krankheit</h3>Die Lebenserwartung ist in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Doch die letzten Lebensjahre sind häufig von Krankheit geprägt. Bereits heute haben 31 Prozent der Bevölkerung wenigstens eine chronische Krankheit. Dabei beanspruchen diese rund 75 Prozent des Gesundheitsbudgets. „Wir wollen mehr gesunde Lebensjahre für unsere Bevölkerung schaffen“, so Gesundheitslandesrat Dr. Hubert Messner. <h3> Die drei Säulen des neuen Plans:</h3><b>Physische Prävention: Von Screenings bis zu chronischen Krankheiten</b><BR />In den Bereich „physische Prävention“ fallen beispielsweise der Ausbau von Screenings zur Vorsorge von Krebs, die Analyse der bisherigen Teilnahmequoten an solchen Screenings sowie die Vorbeugung von Antibiotikaresistenzen. Der Landespräventionsplan 2026–2030 umfasst auch Programme zu Tumorerkrankungen, einem gesunden Lebensstil und chronischen Krankheiten. Auch die Auswirkungen des Klimawandels auf den menschlichen Körper sind ein Thema. Wie schützt man ältere und fragile Menschen im Sommer vor der Hitze?<BR /><BR /><b>Psychische Prävention: Kooperationen mit externen Partnern geplant</b><BR />Zum Bereich „psychische Prävention“ zählen jene Maßnahmen, um psychischen Erkrankungen vorzubeugen und die psychische Gesundheit zu fördern. Einen Schwerpunkt will man auf die Kinder- und Jugendpsychiatrie legen. Geplant sind auch Kooperationen mit externen Partnern. „Mit dem Forum Prävention haben wir bereits sehr erfolgreich zusammengearbeitet“, weiß Dr. Josef Widmann, Sanitätsdirektor des Sanitätsbetriebes. Ein Beispiel dafür ist die Alkoholpräventionskampagne des Landes, die seit vielen Jahren mit verschiedenen Partnern organisiert wird.<BR /><BR /><b>Psychosoziale Prävention: Vorbereitung auf Krisensituationen</b><BR />Zum Bereich „psychosoziale Prävention“ zählt zum Beispiel die Prävention von sexueller Gewalt. „Wir setzen auch hier auf Zusammenarbeit, zum Beispiel mit dem Sozialamt“, sagt Sanitätsdirektor Dr. Josef Widmann. Zudem wird auch an der Vorbereitung auf Krisensituationen wie Infektionswellen, klimabedingte Notlagen oder chemische und radiologische Ereignisse gearbeitet. So überlegt man laut Dr. Josef Widmann, die Notfallpläne im Land zusammenzuführen, z. B. Katastrophen- und Impfpläne. Weitere Details sickerten bislang noch nicht durch.