Donnerstag, 30. September 2021

Staatsanwaltschaft: Nur der Mord an Mutter war vorsätzlich

Die Bozner Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Benno Neumair seine Mutter Laura Perselli mit Vorbedacht getötet hat. Dies wird ihm im Ermittlungs-Abschlussbericht als erschwerender Umstand vorgehalten. Die Tat an seinen Vater hingegen soll nicht geplant gewesen sein.

Benno Neumair soll seinen Vater im Affekt, seine Mutter jedoch mit Vorbedacht getötet haben, sagt die Staatsanwaltschaft. - Foto: © privat

Wie berichtet, legt die Staatsanwaltschaft Benno Neumair zur Last, seine Eltern Peter Neumair und Laura Perselli am heurigen 4. Jänner ermordet und ihre Leichen dann beseitigt zu haben.

Benno Neumair, der in vorbeugender Verwahrungshaft sitzt, hatte gestanden, seinen Vater im Zuge eines heftigen Streits getötet zu haben. Die Tat sei nicht geplant gewesen. Die Ermittler sehen dies offenbar auch so, sie legen ihm Mord zur Last, wofür der Gesetzgeber mindestens 21 Jahre Haft vorgesehen hat.

Ganz anders im Fall von Laura Perselli: Benno Neumair hatte erklärt, seine Mutter sei unmittelbar nach dem Tod des Vaters zur Tür hereingekommen.

Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass zwischen den Tötungsdelikten mindestens 40 Minuten vergangen sein dürften. In diesem Zeitraum soll Benno Neumairs Entschluss gereift sein, die Straftat zu begehen.

Für Mord mit Vorbedacht droht lebenslange Haft, ebenso aufgrund der Tatsache, dass die Opfer seine Eltern waren. Benno Neumairs Verteidiger Flavio Moccia und Angelo Polo haben 20 Tage Zeit für Gegendarstellungen, dann entscheidet die Staatsanwaltschaft über die Anklageerhebung.

Eine umfassende Chronologie des Falles Neumair mit allen Ereignissen seit dem 4. Jänner finden Sie im s+ Artikel.

rc

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