Mittwoch, 14. April 2021

Vorwurf: Sexuelle Gewalt im Auto

Ein Abend in einer Südtiroler Diskothek hat im September 2016 für eine junge Frau ein schreckliches Ende gefunden: Laut Anklage wurde sie von einem 24-Jährigen am Rücksitz eines fahrenden Autos gezwungen, sexuelle Handlungen über sich ergehen zu lassen. Das Urteil des Strafsenats soll am 10. Mai fallen.

Der jungen Frau soll im Auto sexuelle Gewalt angetan worden sein.
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Der jungen Frau soll im Auto sexuelle Gewalt angetan worden sein. - Foto: © pexels
Dem 24-Jährigen wird vorgeworfen, der damals 18-jährigen Frau sexuelle Gewalt angetan zu haben. Sie war in Begleitung einer Freundin und mehrerer Kollegen im Shuttlebus zur Diskothek gefahren. Im Lokal wurden sie von 2 Männern angesprochen, die anfangs einen netten Eindruck machten.

Auffällig war allerdings, dass sie die beiden Frauen den ganzen Abend nicht aus den Augen ließen und ihnen im Lokal überall hin zu folgen schienen. Als es schließlich Zeit war, nach Hause zu fahren, war der Shuttlebus, mit dem sie gekommen waren, schon weg, auch von ihren Kollegen war niemand mehr vor Ort. Die Frauen versuchten, den Shuttledienst zu kontaktieren, aber es stellte sich heraus, dass dieser alle Fahrgäste bereits an ihren Zielorten abgesetzt hatte. Die Freundinnen waren auf sich allein gestellt.

Da stellten die beiden jungen Männer ihr Auto vors Lokal und boten den Frauen an, sie mitzunehmen. Nichts Böses ahnend, stiegen diese ein, eine Frau saß am Beifahrer-, die andere mit dem 24-Jährigen am Rücksitz. Sie fuhren los, die Musik war ganz laut aufgedreht. Deshalb bemerkte die Frau am Beifahrersitz erst spät, dass ihre Freundin sich mit aller Kraft gegen den Mann wehrte und schrie. Sie versuchte sofort, einzugreifen, was den Fahrer veranlasste, stehen zu bleiben und die Frauen hinaus zu lassen.

Die beiden riefen die Carabinieri, die wiederum die Rettung alarmierten. Ein Mitarbeiter des Weißen Kreuzes bestätigte am gestrigen Dienstag im Zeugenstand, dass die Frauen völlig aufgelöst und verängstigt waren, er hatte das Opfer dann ins Spital gebracht. Der junge Mann, der am Steuer war, will hingegen eigenen Angaben zufolge nicht bemerkt haben, was am Rücksitz vor sich ging bzw. will sich an den Abend nicht mehr erinnern können.

Das Opfer hat sich indes als Nebenklägerin in das Verfahren eingelassen und Schadenersatz beantragt.

dol/stol

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