Die junge Frau hatte gemeinsam mit einer Freundin in einem Lokal in der näheren Umgebung von Bozen Silvester gefeiert und dabei den 30-Jährigen kennengelernt, der an der Bar arbeitete. Im Laufe des Abends gingen beide ins Freie, um eine Zigarette zu rauchen. <BR /><BR />Laut Anzeige der 20-Jährigen habe der Mann sie in einen kleinen Raum im selben Gebäudekomplex geführt. Dort habe er sie zuerst begrapscht und ihr dann sexuelle Gewalt angetan. Die Frau habe es geschafft, mit ihrem Handy die Nummer ihrer Mutter zu wählen. <BR /><BR />Wie diese jetzt im Zeugenstand erklärte, habe sie mitgehört, wie ihre Tochter jemanden mehrfach gebeten habe, sie in Ruhe zu lassen. Der 20-Jährigen zufolge habe der Mann sie dann gehen lassen, nachdem sie ihm vorgegaukelt habe, ihn tags darauf in der Sauna treffen zu wollen. <BR /><BR /> Nach dem Anruf war die besorgte Mutter sofort losgefahren, um ihre Tochter abzuholen. Deren Freundin hatte inzwischen auch nach ihr gesucht. Zusammen seien sie nach Hause gefahren und tags darauf ins Spital, um eine gynäkologische Untersuchung vornehmen zu lassen.<BR /><BR />Der Verteidiger des Angeklagten, Nicola Nettis, will in den Aussagen, die die 20-Jährige im Beweissicherungsverfahren gemacht hatte, Ungereimtheiten gefunden haben, die der Klärung bedürften. Beispielsweise sei es verwunderlich, dass die Frau die Ruhe gehabt habe, die restliche Nacht fernzusehen. Die 20-Jährige hatte dies damit erklärt, dass sie nach dem traumatischen Erlebnis zu aufgewühlt gewesen sei, um schlafen zu können. <BR /><BR />Am 4. Mai werden weitere Zeugen der Anklage angehört, dann will der Tatverdächtige selbst aussagen und dem Gericht seine Version des Abends schildern. Die Verteidigung hat fünf Zeugen benannt, die die beiden am betreffenden Abend zusammen gesehen haben.