Der Tourismus hat Südtirol Wohlstand gebracht, doch sinkt die Bereitschaft der Einheimischen, Schattenseiten wie teuren Wohnraum und ständig verstopfte Straßen hinzunehmen. Paradebeispiel ist die Seilbahn auf den Ritten, wo sich im Sommer zur Mittagszeit so lange Schlangen von Urlaubern bilden, dass eine Stunde und mehr für die Fahrt auf den Ritten gewartet werden muss – auch die Einheimischen stehen sich die Füße in den Bauch, um nach Hause zu kommen oder die kurze Mittagspause zu nutzen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1070760_image" /></div> <BR /><BR />Im Landtag macht diese Woche Thomas Widmann mit einem Beschlussantrag mobil. So wie in Venedig, wo Venezianern ein Vorzug bei der Nutzung der Fähren eingeräumt wurde, sollte es auch in Südtirol eine „Vorzugsschiene für Einheimische“ geben. Erprobt sollte das Pilotprojekt bei der Rittner Seilbahn werden, fordert Widmann.<BR /><BR />„Einheimische zuerst geht rechtlich nicht“, winkt Landesrat Alfreider ab. Eine Prüfung durch das Rechtsamt habe jedoch ergeben, dass eine Vorzugsschiene für die Nutzer des Südtirol-Passes sehr wohl möglich ist. Gestern bekam Alfreider die Pläne der dazu nötigen Umbauten von der Südtiroler Transportstrukturen AG. „Und wir haben die Arbeiten beauftragt“, sagt Alfreider.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1070763_image" /></div> <BR /><BR />Konkret werden die Ein- und Ausgänge zur Talstation besser getrennt, z.B. über eine neue seitliche Tür. Zu trennen sind aber auch die Zuflüsse zu den Gondeln: Wer einen Südtirol-Pass hat, fährt mit dem Aufzug in den 1. Stock, während die zahlreicheren Touristen über die Stiege dorthin kommen. Weiter geht es für Pass-Nutzer über eine mit Ticketing versehene Stiege in den 2. Stock und über ein eigenes Drehkreuz zu den Kabinen. Die Umbauarbeiten werden während der Wartungszeit der Seilbahn im November und März vorgenommen. „Für Ostern sind wir bereit, denn das Problem stellt sich im Sommer“, sagt Alfreider.<h3> Auch für andere Seilbahnen?</h3>Er spricht von einem interessanten Versuch, der aber nicht auf andere Seilbahnen ausgedehnt werden soll. Neben der Rittnerbahn gehört dem Land nur die Standseilbahn auf die Mendel, die rein touristisch genutzt wird. Alle anderen Bahnen seien in privater Hand.<BR /><BR />Und was ist mit den Bussen, wo es oft zu Stoßzeiten ebenfalls kein Durchkommen für Südtiroler gibt? „Einzelne Linien sind überlastet. Hier reagieren wir aber, indem wir versuchen, für den nächsten Tag einen zweiten Bus einzusetzen“. Die Rittnerbahn ist eine Umlaufbahn, die nächste Kabine naht schnell. Ist der Bus aber weg und Menschen hatten nicht Platz, so müssen sie lang warten.