Freitag, 01. Mai 2015

Vulkan Calbuco brach zum dritten Mal aus

Zum dritten Mal binnen einer guten Woche ist im Süden Chiles am Donnerstag der Vulkan Calbuco ausgebrochen. Der Vulkan spie nach Behördenangaben eine kilometerhohe Aschewolke in die Luft, wütete aber nicht mehr so stark wie noch wenige Tage zuvor.

Der Calbuco ist bereits zum dritten Mal in einer Woche ausgebrochen
Der Calbuco ist bereits zum dritten Mal in einer Woche ausgebrochen - Foto: © LaPresse

Die Behörden mahnten trotzdem zur Vorsicht und ergriffen Notfallmaßnahmen.

Die dritte Eruption am Calbuco habe „wie vorhergesagt“ begonnen, teilte der staatliche Geologie- und Bergbaudienst (Sernageomin) im Kurzbotschaftendienst Twitter mit. Es herrsche „roter Alarm“. Die Behörden ordneten erneut die Evakuierung der Gegend in einem Umkreis von 20 Kilometern um den Vulkan an.

„Wir wurden wieder angewiesen, uns in Sicherheit zu bringen und sind in unseren Autos weggefahren, aber es war ruhiger als beim letzten Mal“, sagte ein Einwohner der Region. Fernsehbilder zeigten, wie tausende Menschen ihre Kinder von der Schule abholten oder sich an Tankstellen in lange Warteschlangen einreihten.

Der seit einem halben Jahrhundert inaktive Vulkan war eine Woche zuvor erstmals wieder ausgebrochen. Zwei überraschende Eruptionen am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche versetzten den Süden Chiles in den Ausnahmezustand, mehr als 6.000 Anrainer wurden in Sicherheit gebracht. Am Sonntag spie der Vulkan erneut Asche aus.

Durch die Ausbrüche kam niemand ums Leben, doch verwandelte seine Asche die normalerweise grüne Umgebung vor allem in der unmittelbaren Nähe des Vulkans in eine graue Mondlandschaft, tausende Weidetiere fanden nichts mehr zu fressen und mussten fortgebracht werden. Auch der benachbarte Süden Argentiniens war betroffen.

Die jüngste Eruption war schwächer als die vorherigen. Die Behörden warnten jedoch, dass die Gefahr noch nicht vorüber sei. „Dieser dritte Ausbruch bedeutet nicht, dass die Lage am Vulkan Calbuco sich beruhigt hat“, teilte Sernageomin-Chef Rodrigo Alvarez mit. Die Sicherheitslage für die Anrainer sei weiter instabil.

In der vergangenen Woche hatte der Vulkan eine 15 Kilometer hohe Aschewolke ausgespien und den Flugverkehr in einem größeren Umkreis zum Erliegen gebracht. Nun sei die Wolke „nicht höher als vier Kilometer“ gewesen, sagte Vizeinnenminister Mahmud Aley. Im benachbarten Argentinien fielen erneut einige Flüge aus.

In Chile gibt es rund 90 aktive Vulkane, der 2003 Meter hohe Calbuco etwa 1.300 Kilometer südlich der Hauptstadt Santiago de Chile zählt zu den gefährlichsten. Nach Angaben von Geologen war er vor 54 Jahren zuletzt ausgebrochen. Zuletzt wurde am 3. März der Villarrica aktiv und spuckte kurzzeitig Asche und Lava aus.

Die Eruptionen des Calbuco dürften in der betroffenen Region laut Experten Schäden im Umfang hunderter Millionen Euro hinterlassen. Vor allem die Landwirtschaft und der Tourismussektor dürften betroffen sein. In der Gegend werden vor allem Lachse und Rinder gezüchtet, die Asche verunreinigt sowohl Wasservorräte als auch Weideland.

apa/afp

stol