Samstag, 27. Januar 2018

VW entschuldigt sich für Tierversuche mit Dieselabgasen

Volkswagen hat sich für Tierversuche in den USA entschuldigt, bei denen Affen gezielt Dieselabgasen ausgesetzt worden waren. „Wir sind der Überzeugung, dass die damals gewählte wissenschaftliche Methodik falsch war. Es wäre besser gewesen, auf eine solche Untersuchung von vornherein zu verzichten”, teilte der Konzern am Samstag mit.

Der Autokonzern Volkswagen hat sich für Tierversuche aus dem Jahr 2014 entschuldigt, bei welchen Affen Dieselabgasen ausgesetzt wurden.
Der Autokonzern Volkswagen hat sich für Tierversuche aus dem Jahr 2014 entschuldigt, bei welchen Affen Dieselabgasen ausgesetzt wurden. - Foto: © APA/EPA

Volkswagen distanziere sich klar von allen Formen der Tierquälerei. „Wir entschuldigen uns für das Fehlverhalten und die Fehleinschätzung Einzelner.”

Die Tests mit den Affen waren Teil einer Studie, die beweisen sollte, dass die Diesel-Schadstoffbelastung dank moderner Abgasreinigung erheblich abgenommen hat. Deshalb hatte die EUGT (”Europäische Forschungsvereinigung für Umwelt und Gesundheit im Transportsektor”) - eine von Volkswagen, Daimler und BMW finanzierte Lobby-Initiative - sie beim US-amerikanischen Lovelace Respiratory Research Institute in Auftrag gegeben. Federführend war laut dem Studienleiter dabei VW.

Großaktionär Niedersachsen teilte am Samstag mit, die Vertreter des Landes im Aufsichtsrat drängten auf vollständige Aufklärung der Geschehnisse aus dem Jahr 2014, von denen sie durch die Medien erfahren hätten. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass nie wieder vergleichbare Studien in Auftrag gegeben werden. „Zehn Affen stundenlang mutwillig Autoabgase einatmen zu lassen, um zu beweisen, dass die Schadstoffbelastung angeblich abgenommen habe, ist widerlich und absurd”, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Auch Daimler will Aufklärung

Ein zweiter Finanzier der Studie, nämlich der Daimler-Konzern, distanzierte sich ebenfalls von den Tierversuchen. „Wir halten die Tierversuche in der Studie für überflüssig und abstoßend“, ließ der Konzern verlauten und versprach, die Hintergründe der Studie aufzuklären.

apa/dpa

stol