Mittwoch, 19. August 2015

VZS: Der Weg zum günstigsten Konto

Dass die Suche nach dem günstigsten Bankkonto für den Kunden ein schwieriges Unterfangen darstellt, hat die Verbraucherzentrale Südtirol am Mittwoch in einer Pressemitteilung beklagt. Auch der offizielle Vergleichsrechner schaffe laut VZS keine Abhilfe.

Die Verbraucherzentrale hat auch heuer die Kosten der Kontokorrente verglichen - Symbolbild
Badge Local
Die Verbraucherzentrale hat auch heuer die Kosten der Kontokorrente verglichen - Symbolbild - Foto: © shutterstock

Die Suche nach einem günstigen Kontokorrent ist eine Menge Arbeit – so lautet das erste Fazit des jährlichen Kontokorrentvergleichs der Verbraucherzentrale (VZS). Sich an das Gesetzes haltend, veröffentlichen die Banken eine Flut von Informationsblättern, in der das günstigste Konto manchmal komplett untergehe.

Auch der offizielle Vergleichsrechner sei keine Hilfe, so die VZS weiter. „Hier das beste Angebot zu finden, scheint eher im Bereich des Glücksspiels als der Bankentransparenz zu liegen. Und auch die Teilnahme der Banken lässt noch zu wünschen übrig:  Von den über 650 italienischen Banken nehmen gerade mal 42 teil – obschon sich die Frage aufdrängt, wie lange es bei 650 Banken in alphabetischer Reihenfolge in Fünfer-Schritten dauern würde, das günstigste Angebot zu finden“, erklärt die VZS in ihrer Mitteilung.

Das rät die VZS

Zunächst sollte man herausfinden, was genau das eigene Konto derzeit kostet. Diese Angabe findet sich im Detail auf dem letzten Kontoauszug des Jahres. Ausgehend von diesem Wert könne man dann einen Blick in die entsprechende Spalte der Tabelle der VZS werfen, und sehen, was die lokale und nationale Konkurrenz für ein vergleichbares Angebot verlangt.

Die Zahlen zeigen: Der Wechsel kann sich lohnen. „Eine Familie mit 'hoher Operativität' (das sind 253 Bewegungen pro Jahr) zahlt bei einer Bank 144 Euro, bei der anderen 36 Euro für ein Schalter-Konto. Und auch online gibt es einige Unterschiede: dieselbe Familie gibt hier zwischen 0 und 80 Euro aus", rechnet die VZS vor.

Kostenloses Rentnerkonto anfragen

Rentner können nach dem kostenlosen Basiskonto fragen (bei Rente von weniger als 1.500 Euro pro Monat), das jede Bank anbieten muss, rät die VZS. Sollte dies nicht reichen, könne man sich ein weiteres günstiges bzw. kostenloses Bankkonto zulegen.

Doch auch an einigen der Zahlen der Tabelle hegt die Verbraucherzentrale große Zweifel: „Geben Sie wirklich den tatsächlichen Kostenfaktor wieder oder wurde einfach eine ungefähre Zahl angegeben, um die Gesetzesbestimmungen zumindest nominell zu erfüllen? Wie kann es z.B. sein, dass ein Jugendlicher mit 164 Bewegungen pro Jahr für das günstigste Onlinekonto einer Bank stolze 50 Euro pro Jahr zahlen muss, während ein Rentner mit 124 Bewegungen für dasselbe Konto knapp 14 Euro bezahlt?“, so die VZS.

Kontowechsel, wie geht das überhaupt?

Seit heuer sollte ein Kontowechsel viel schneller und unproblematischer über die Bühne gehen. Die Bank hat zwölf Tage Zeit, um das Konto zur neuen Bank zu übertragen; diese Frist läuft ab dem Datum, an welchem der Kunde bei der neuen Bank den Wechsel beantragt.

Im Falle von Verspätungen ist ein Schadenersatz zugunsten des Kunden vorgesehen. Die "alte" Bank darf für den Kontowechsel keine Kosten verrechnen; die Kontoführungs-Kosten können aber anteilsmäßig für den laufenden Zeitraum angelastet werden, erklärt die Verbraucherzentrale abschließend.

stol

stol