Zusätzlich zu den regulären Autobahn-Nutzern sind durch die derzeitige Sperre der Staatsstraße auf dieser Strecke viele Pendler „gezwungen“ die Autobahn zu nutzen, da sie sonst keine Alternativen haben.„Ist man dann als Autofahrer in den Staus ‚eingesperrt‘, und wiederholt sich diese Situation Tag für Tag, so gehen unsere Experten davon aus, dass die Bedingungen, die die Grundlage für das Rechtsgeschäft zwischen Autofahrern und Konzessionär der Autobahn bilden, überhaupt nicht eingehalten werden“, berichtet die VZS in einer Aussendung.Automatische Entschädigungen bei MautSüdtirols Verbraucherschützer fordern daher, dass ab sofort für die Konzessionäre der Autobahndienste die Normen über die Qualitätschartas angewandt werden (vorgesehen ex. Art. 2, Abs. 461, G. 244/2007 – Haushaltsgesetz 2008). "Bei allen öffentlichen Diensten, die mittels Ausschreibung neu vergeben werden, verpflichtet sich der Gewinner der Ausschreibung mit den Verbraucherschützern eine Qualitätscharta zu vereinbaren. Wenn diese nicht eingehalten wird, gibt's Entschädigungen für die Nutzer", erklärt Walter Andreaus, der Geschäftsführer der VZS.Im Falle der A22 bedeute dies, dass automatische Entschädigungen bei den Mautzahlungen bei Verletzung von Standardindikatoren vorgesehen werden sollten, schreibt die VZS. Was das genau heißt, erklärt Andreaus wie folgt: "Eine Baustelle geht in Ordnung, die gehört wohl zur normalen Instandhaltung. Aber wenn Baustellen gehäuft auftreten und ich so für eine Fahrt von Klausen nach Bozen Nord ungleich länger als normal benötige, dann sollte die Maut geringer, wenn nicht sogar ganz ausfallen."Außerdem sollten umgehend höhere Skonti für Pendler vorgesehen werden. Die derzeit geltenden sind laut VZS lächerlich.In gravierenden Fällen auf Maut verzichtenSchlussendlich verlangen die Verbraucherschützer von der Brennerautobahn in gravierenden Fällen, wie z.B. im Fall von überlangen Kolonnen bei den Zahlstellen oder im Fall von Verkehrsunfällen auf die Maut zu verzichten, in dem die Schranken geöffnet werden, und sich solcherart die Staus auflösen können.Die VZS hat ihre Kritikpunkte in einem Offenen Brief an den Minister für Infrastrukturen und die Transportbehörde festgehalten. Zur Kenntnisnahme wurde das Schreiben auch an den Landesrat für Mobilität Florian Mussner geschickt. Ob das Schreiben Aussichten auf Erfolg habe? "Ich denke, die Verantwortlichen müssen sich Gedanken über die Schwierigkeiten, die die Bürger tagtäglich antreffen, machen. Das Vertrauensverhältnis darf nicht weiter belastet werden", so Andreaus.stol