"Immer mehr Eltern klagen über kommerzielle Werbeaktionen im Bereich der Schule. So sind letzthin Kinder mit Bankbroschüren direkt im Klassenzimmer belästigt worden und eine große Aktion einer großen Supermarkt-Kette hat auch alle Grenzen gesprengt und hat sogar vermeintlich aggressive, verbotene Kinderwerbung mit Hilfe der Schulen unter die Volksschüler gebracht", kritisiert die VZS.Die aktuelle Rechtslage und Praxis von Werbung und Sponsoring an den Schulen gehe immer mehr in Richtung Einzug des Kommerz zu Lasten der pädagogischen Inhalte. "Die zahlreichen Beschwerden von Eltern lassen diesen Schluss zu. Sie bemängeln vor allem, dass Direktoren und Lehrer nicht genügend gegen direkte Produktwerbung im Klassenzimmer machen. Die Schule wird dadurch zum Marktplatz und verliert so ihre Glaubwürdigkeit. Fazit: Sponsoring mit Imagewerbung ist Alltag an Südtiroler Schulen und der Unterschied zur reinen Produktwerbung ist in vielen Fällen fließend", so die Verbraucherzentrale.Man rufe die Schulen auf, durch Standards Werbeaktionen im Umfeld von Schulen Einhalt zu gebieten und klare Regeln für Bildungssponsoring durch Unternehmen zu verabschieden. "Werbung an Schulen ist mit dem öffentlichen Bildungsauftrag nicht vereinbar", betont VZS-Chef Walther Andreaus.Die VZS gehe nun gegen aggressive Kinderwerbung an Schulen und auch außerhalb juristisch vor. Vor wenigen Tagen sei eine entsprechende Eingabe bei der dafür zuständigen Antitrustbehörde hinterlegt worden.Die VZS appelliert an die Schulpolitiker "ihre Hausaufgaben in diesem Bereich zu machen und ernst gemeintes Engagement von Unternehmen zum Wohle der Schüler von reinen Werbeaktivitäten zu trennen. Eine besondere Rolle kommt auch den Eltern und Elternvertretern im Rahmen der Schulautonomie zu: Sie sollten ganz genau hinschauen, dass im Rahmen der Schule dem Vordringen von Produktwerbung vorgebeugt wird."