Um die Umzäunung des Bozner Pfarrplatzes zu vermeiden, schlägt Landeshauptmann Kompatscher vor, einen privaten Sicherheitsdienst am Pfarrplatz sowie in anderen problematischen Zonen der Landeshauptstadt einzusetzen. Die Stadtgemeinde Bozen zeigt sich offen dafür – doch viele Fragen bleiben offen. Die Quästur will sich nicht äußern.<BR /><BR /><BR />Mit einem privaten Wachdienst habe man ähnliche Probleme wie am Pfarrplatz am Silvius-Magnago-Platz in den Griff bekommen, argumentiert der Landeshauptmann. Der Sicherheitsdienst vor Ort ist tagsüber bis 19 Uhr präsent. Dieses Konzept soll auch auf andere Zonen ausgeweitet werden, in denen es konstant zu Problemen u.a. mit Dealern, Kleinkriminellen und Herumlungernden kommt. <BR /><BR /><BR />„Der Landeshauptmann schlägt vor, diesen Wachdienst auszuweiten und zwar auf den Berloffapark, den Pfarrplatz, die Kapuzinergasse und bis zum Stadttheater und dem Verdiplatz. Die Stadtgemeinde ist bereit, den Vorschlag zu unterstützen. Natürlich muss man sehen, ob das dann so funktioniert, wie man es sich vorstellt und erhofft“, sagte Vizebürgermeister Konder. Die Bevölkerung erhoffe sich jedenfalls eine Verbesserung der Lage. <BR /><BR /><BR />Er gehe davon aus, dass die privaten Sicherheitskräfte ab dem späten Frühling oder dem Beginn des Sommers zum Einsatz kommen. Zuerst müsse die Ausschreibung für den Wachdienst gemacht werden. Auch müsse der Vorschlag des Landeshauptmanns, private Sicherheitsdienste großflächig im öffentlichen Raum einzusetzen, „mit dem Quästor im Detail ausjustiert werden“, betonte Konder. <BR /><BR /><BR />In den kommenden Wochen werde das Thema bei den regelmäßigen Treffen zwischen der Stadtverwaltung und den Sicherheitskräften sicherlich auf die Tagesordnung kommen. „Fakt ist, dass die Sicherheitskräfte unter anderem die Lage am Pfarrplatz leider nicht im Griff haben. Deshalb hat der Pfarrgemeinderat ja das Projekt 'Umzäunung' gestartet“, betonte der Vizebürgermeister. Leider sei die Lage so, dass die Stadtverwaltung Hunderte Überwachungskameras aufstellen müsse, um Täter ausforschen zu können. „Das spiegelt die derzeitige Realität wider – vor 20 oder 30 Jahren war das in Bozen nicht so.“<BR /><h3> „Bozen braucht ein Abschiebezentrum“</h3><BR />Das Problem grundsätzlich zu lösen, liege nicht in der Macht der Gemeinde Bozen. „Solange die Möglichkeiten sehr begrenzt sind, straffällig gewordene Personen ohne italienische Staatsbürgerschaft in ihre Herkunftsländer zurückzuführen, werden die Probleme in der Regel nur von einer Zone in eine andere verschoben“, sagte Konder. Werde ein Platz geschlossen, verlagere sich die Szene anderswohin. <BR /><BR /><BR />„Deshalb bleibt der Wunsch nach einem kleinen Abschiebezentrum in Bozen, wie von Landeshauptmann Kompatscher vor den letzten Landtagswahlen gefordert, aktuell. Der Bürgermeister und ich hatten diese Forderung in einem Brief schriftlich unterstützt“, hob Konder gestern hervor. <BR /><BR /><BR />Die Quästur wollte auf Anfrage, ob es zum Vorschlag von Kompatscher schon Gespräche gegeben habe und wie man den Vorschlag bewerte, keine Stellungnahme abgeben.