Dienstag, 28. Juli 2015

Während Merkel schlief: Einbruchserie in Sulden

Am Montag checkte die deutsche Bundeskanzlerin in Sulden ein, wenige Stunden darauf schreckt eine Einbruchserie das Dorf auf: In der Nacht auf Dienstag ist in sechs Betrieben eingebrochen worden.

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Das Hotel „Marlet“ schätzt Angela Merkel schon seit vielen Jahren. Weniger wegen seiner vier Sterne, sondern wegen seiner Abgeschiedenheit. „Das Hotel liegt alleine, in Waldesnähe“, sagt Stilfs Vizebürgermeister Franz Heinisch. „So lässt es sich sehr gut absichern. Beim Hotel ‚Marlet‘ kommt man dank Sicherheitspersonal derzeit nur bis auf den Parkplatz.“

Kein Wunder also, dass Hotel „Marlet“ von den Einbrechern, die in der Nacht auf Dienstag Sulden heimsuchten, verschont geblieben ist. „Das wäre ja die Höhe“, meint der Vizbürgermeister.

 

Merkels Urlaubsdomizil, das Hotel "Marlet", liegt etwas abgeschieden am Waldrand. - Foto: DLife/lo

 

Sechs andere Betriebe des Dorfes entgingen den Übeltätern nicht. Ins Hotel „Eller, in die Pension „Montana“, ins Hotel „Lärchenhof“, in die Garni „Olympia“, ins „Parc Hotel Sulden“ samt Hartmanns Weinstube, ins Hotel „Alpenhof“ und bei der Seilbahn Sulden sollen die Einbrecher eingestiegen sein.

Mehr Schaden als Beute

„Das Ganze passierte nach Mitternacht“, weiß Vizebürgermeister Heinisch. Die Einbrecher hätten sich von einer Seite des Dorfes zur anderen „durchgearbeitet“. Das Dorfzentrum indessen sei einigermaßen verschont geblieben.

Und: Die Täter hätten bei ihrer Diebestour dabei mehr Schaden als Beute gemacht. „Sie haben Türen und Registrierkassen aufgebrochen“, erzählt der Vize.

Die Beute hingegen belaufe sich auf keine großen Summen. „Sie haben meist nur das Wechselgeld erwischt – und dabei bloß Scheine mitgenommen.“ Ganze Münzrollen hätten die Täter liegen lassen, wundert sich Heinisch.

„In jüngster Vergangenheit haben wir eigentlich keine Einbrüche mehr verzeichnet“, weiß Heinisch. Allerdings sei im Winter einige Male in der Gemeinde eingebrochen worden, erinnert er sich. „Das Hotel ‚Eller‘ hat es dieses Jahr schon zwei Mal erwischt.“

Aufnahmen der Kameras auswerten

Verdächtige Beobachtungen in der Nacht seien bisher nicht gemeldet worden. Bei den Ermittlungen setze man deshalb große Hoffnungen auf die Auswertung der Aufnahmen der Überwachungskameras. Was die Bilder zeigen, ist derzeit nicht bekannt. Die Carabinieri von Prad haben die Ermittlungen aufgenommen.

Dass die Einbruchserie Folgen auf die Urlaubsfreuden der Kanzlerin haben könnte, glaubt Heinisch nicht. „Ich glaube, Frau Merkel wird von der Einbruchserie nicht viel mitbekommen, sie wird sich nicht dafür interessieren“, meint Vizebürgermeister Heinisch – und ergänzt: Für die Sicherheit der Bundeskanzlerin und ihrer Unterkunft sei sicher bestens gesorgt.

stol/pg

stol