Dienstag, 23. Februar 2021

Waffen, Drogen und dicke Geldbündel: Sinicher Rapper mit bedenklichem Video

Waffen, Drogen und dicke Geldbündel: Das sind prinzipiell Ingredienzien von Rappervideos rund um den Erdball. Am Montag tauchte ein solches Videomachwerk im Internet auf, das offensichtlich in Sinich in einem Wohnblock des Wohnbauinstituts gedreht worden ist. Neben politischem Getöse hat das Wohnbauinstitut angekündigt, einen Sicherheitsdienst in Sinich einzurichten. Der Jugenddienst wird sich heute mit dem Halbstarken-Video befassen.

Ein Ausschnitt aus dem Rappervideo, in dem eine Waffe –  wahrscheinlich eine Spielzeugwaffe –  den Besitzer wechselt.
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Ein Ausschnitt aus dem Rappervideo, in dem eine Waffe – wahrscheinlich eine Spielzeugwaffe – den Besitzer wechselt.
Wie bereits im Herbst 2019 – auch damals wurde ein Sinicher Rappervideo veröffentlicht – sind es Jugendliche mit Migrationshintergrund, die in Sinich in einer Garage, ausstaffiert mit Halbmond-Fahne, qualmenden Reifen und starken Sprüchen ein Video gedreht haben. Dabei wechseln eine angebliche Waffe, angebliche Drogenpäckchen und Geldscheine die Besitzer.

Für den Jugenddienst Meran ist dieses Video auch nicht sonderlich hilfreich. Oliver Schrott, Leiter des Jugenddienstes, warnt davor, großes Aufheben darum zu machen. „Das ist noch mehr Ansporn, weil es wie Werbung empfunden wird. Die Streetworker kennen die jungen Leute“, sagt Schrott. Man bleibe dahinter. „Morgen (heute, Anm. d. Red.) wird das Video in der Teamsitzung besprochen“, sagt Schrott.

Anders die Sichtweise von Landtagsmandatar Alessandro Urzì von der italienischen Rechtspartei „L’ Alto Adige nel cuore“. „Die Bewohner der Häuser, in denen dieses Video gedreht wurde, sind beunruhigt. Es ist eine Waffe zu sehen. Keine Ahnung, ob es eine Spielzeugwaffe ist oder nicht. All dies vermittelt den Eindruck von Illegalität“, sagt Urzì. Landesregierung und Sicherheitsbehörden müssten aktiv werden und schnell Vorkehrungen treffen.

„Die Jugendlichen verherrlichen Themen wie Kriminalität, Drogenhandel, Waffenkauf, Gangster, und zeigen ein Leben auf, indem schnelles Geld leicht zu verdienen ist. Die Lega sagt Nein zu diesem Scheinbild. Solche Werte sollen unseren Kindern nicht übermittelt werden“, schreibt Landtagsmandatarin Rita Mattei.




Ein Treffen zwischen Wobi-Präsidentin Francesca Tosolini mit dem Quästor der Provinz Bozen hat kürzlich stattgefunden, um einige kritische Situationen zu besprechen und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten.

„Die Aufmerksamkeit des Wobi richtet sich auf grundlegende Aspekte wie das Wohlbefinden und die Sicherheit der Bewohner, daher wird ein Projekt umgesetzt, das einen Überwachungsdienst, sowie den Einsatz von Kameras vorsieht, die als Abschreckung für solche Aktionen dienen sollen. In der vergangenen Woche wurden Lokalaugenscheine durchgeführt, um die geeignetsten Methoden für den Überwachungsdienst zu bestimmen, der einem spezialisierten Unternehmen anvertraut wird, so Institutspräsidentin Francesca Tosolini.

Und weiter: „Das Wohnbauinstitut möchte die Mieter und das eigene Vermögen sichern und schützen. Das Thema Sicherheit hat höchste Priorität und deshalb hat der Verwaltungsrat des Instituts vor kurzem beschlossen, einen Sicherheitsdienst in Sinich zu aktivieren.“

Auch sollen Überwachungskameras installiert werden. Tosolini will sich mit den Verantwortlichen für das Stadtviertel Sinich treffen, um die Situation zu besprechen. Sie ersucht zudem die Ordnungskräfte, Ermittlungen zum Video aufzunehmen und Verantwortliche zu identifizieren.

Kürzlich hat ein Treffen von Präsidentin Tosolini mit dem Quästor der Provinz Bozen stattgefunden, um einige kritische Situationen zu besprechen und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten: „Ich hatte bereits die Gelegenheit, ein langes und fruchtbringendes Treffen mit dem Quästor zu haben, um Fragen im Zusammenhang mit der Verwaltung der Mieter und der Sicherheit zu behandeln. Es gibt oft Situationen, für die es notwendig ist, dass die Polizei eingreift, und es war wichtig, eine Bestätigung der Unterstützung und des Rückhalts von den zuständigen Stellen zu haben. Die Bereitschaft für eine gute Zusammenarbeit ist sehr groß.“


lu

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