„Wir sprechen uns entschieden gegen den Vorschlag von Alessandro Urzì aus und unterstützen daher den Antrag zur Streichung der geplanten Änderung“, stellt Bürgermeister Giovanni Seppi klar. „Der sogenannte Plan B als Alternative ist in unseren Augen ebenfalls nicht die Lösung“, ergänzt er. <BR /><BR />Die Leiferer fühlen sich seit jeher von der Landespartei etwas stiefmütterlich behandelt und auch im genannten Fall waren sie in etwaige Diskussionen vorab nicht eingebunden. Hing die SVP-Ortsgruppe vor einigen Jahren tatsächlich noch in den Seilen, hat sich dies seit den Gemeinderatswahlen 2024 schlagartig geändert. Bekanntlich stellt man seitdem den Bürgermeister – in einer mehrheitlich italienischsprachigen Stadt. <BR /><BR />„Wir können daher ohne Weiteres verlangen, dass man mit uns spricht, bevor derartige weitreichende Entscheidungen getroffen werden“, meint Seppi. Er erwartet daher, dass zumindest in den kommenden Tagen eine Gesprächsanfrage aus der Bozner Parteizentrale in Leifers eintrudelt. <BR /><BR />Die leidige Diskussion der vergangenen Tage hat dem Ruf der Partei geschadet, davon weiß auch die Leiferer Ortsobfrau Marlene Hofer zu berichten. „Ich habe zahlreiche Telefonate von SVP-Mitgliedern erhalten. Es herrscht großer Unmut, das kann ich bestätigen“, sagt sie auf Anfrage der Redaktion. Man sei vor allem über die „Sprachlosigkeit“ der Parteigranden enttäuscht. <BR /><BR />Im Vorfeld hätte man auf jeden Fall die Leiferer kontaktieren müssen. Hofer verweist darauf, dass die Ortsgruppe Leifers eine der größten landesweit ist, dementsprechend ist sie der Meinung, dass ihre Ansage in den Parteigremien auch Gewicht hat. „Wir bleiben bei unserem Standpunkt. Die Zerschlagung des Wahlkreises kommt für uns nicht in Frage“, sagt’s und nimmt einen Anruf aus der Parteizentrale entgegen. „Wir werden ein Gespräch führen“, berichtet sie alsdann.<h3> Salurn strikt gegen eine Aufteilung</h3>Aus der Landeshauptstadt hört man Töne des Abwartens. Um aus dem Dilemma rauszukommen, gebe es mehrere bekannte Varianten, meint Vizebürgermeister Stephan Konder. „Die Ist-Situation wird nicht zu halten sein, daher gilt es zu diskutieren, wie man die Quadratur des Kreises schaffen kann“, sagt Konder. Die SVP-Bozen ist somit vorerst in Lauerstellung und wartet ab.<BR /><BR /> „Sobald eine Vorentscheidung getroffen ist, werden wir im Koordinierungsausschuss in die Diskussion gehen“, kündigt Konder an. Wie wohl alle SVP-Sympathisanten im ganzen Land, haben auch die Bozner aus der Zeitung vom „Husarenstück“ Alessandro Urzìs erfahren. „Wir waren nicht informiert“, so Konder. <BR /><BR />Strikt gegen die Auflösung des Senatswahlkreises sind die SVP-Ortsgruppen Salurn und Buchholz/Gfrill. Sie haben einen Beschlussantrag zur Ablehnung der geplanten Neueinteilung eingebracht. Der Gemeinderat soll darüber in der kommenden Sitzung entscheiden. <BR /><BR /> Die SVP-Ortsgruppen kritisieren insbesondere, dass die vorgeschlagene Verkleinerung ethnisch und vor allem parteipolitisch motiviert erscheine. „Offensichtliches Ziel ist es, die Wahl eines italienischsprachigen Senators der Mitte-Rechts-Koalition abzusichern“, heißt es dazu in einer Aussendung.