Der Vorfall ereignete sich gegen 17.45 Uhr. Zwei junge Männer fuhren auf der Nordspur der Schnellstraße, als sie vor der Überführung bei Terlan auf einen Gegenstand in der Luft aufmerksam wurden. <BR /><BR />„So waren wir schon gefasst, als es kurz darauf krachte und ein Stein die Windschutzscheibe zertrümmerte“, erzählt Michael (31). Er war Beifahrer. Am Steuer des Firmenautos der Marke BYD saß sein Mitarbeiter Max (25). Die beiden Männer waren von einem Geschäftstermin auf dem Rückweg Richtung Meran.<BR /><BR /> <video-jw video-id="5rTWehA6"></video-jw> <BR /><BR />Der Schrecken war groß, aber sie wollten der Sache nachgehen. Sie fuhren bei Vilpian ab und zurück nach Terlan, um Ausschau nach den Tätern zu halten – bei der Brücke und in den Wiesen. „Da war aber niemand zu sehen“, sagt Michael. Die Männer wollten bei den Carabinieri den Vorfall melden und Anzeige erstatten, aber die Station in Terlan war nicht mehr besetzt. So versuchten sie es über die Notrufnummer 112. „Man fragte uns, ob jemand verletzt sei. Aber wir hatten nur ein paar Splitter abbekommen, die in den Händen steckten. Die Carabinieri meinten daraufhin, dass wir am nächsten Tag Anzeige erstatten sollten“, erzählt Michael. Dies taten die Männer dann auch: Gestern Nachmittag erstatteten sie bei den Carabinieri von Meran Strafanzeige gegen Unbekannt.<h3> Beobachtungen melden</h3>„Dort hieß es, dass so etwas in Südtirol noch nie vorgefallen sei – im restlichen Italien dagegen schon und in anderen Ländern, etwa in Deutschland, auch“, sagt Michael. Wer bei der Brücke besondere Beobachtungen gemacht hat, vielleicht aus nachfolgenden Autos, solle sich bei den Carabinieri melden. Man sei für jeden Hinweis froh. Auffallend waren die verstärkten Kontrollen, die gestern im Raum Terlan – auch bei Fußgängern – durchgeführt wurden.<BR /><BR />„Es ist wichtig, dass die Aufmerksamkeit der Ordnungskräfte erhöht wird; aber auch die Bürger des Etschtals sollen wachsam sein“, betont Terlans Bürgermeister Hans Zelger. Denn es handle sich da um keinen Lausbubenstreich, sondern um ein äußerst gefährliches Verhalten, das schlimme Folgen haben kann. <BR /><BR />„Bei allen Überführungen, die das Land betreibt, haben wir zwei Meter hohe Netze“, sagt Philipp Sicher, Direktor der Abteilung Straßendienst. Auch auf den MeBo-Brücken seien – wie auf den Überführungen bei der Autobahn – Absturzsicherungen angebracht, die zugleich vor Steinwürfen schützen. Ganz auszuschließen könne man es freilich nie.