Zum 31. Dezember 2009 sind in Südtirol 24.517 Hochbetagte, also Menschen im Alter von 80 und mehr Jahren, ansässig. Das entspricht einem Anteil von 4,9 Prozent der gesamten Wohnbevölkerung. Frauen sind dabei doppelt so stark vertreten wie die Männer (16.343 gegenüber 8174).„Sie“ wird älter als „er“Auf 100 ansässige Frauen entfallen 6,4 Frauen mit 80 und mehr Jahren. Bei den Männern hingegen beträgt der Prozentanteil der Hochbetagten lediglich 3,3 Prozent. Südtiroler Frauen leben deutlich länger als Männer: Das Durchschnittsalter der Hochbetagten beträgt 84,7 Jahre bei den Männern und 85,8 bei den Frauen. Die mittlere Lebensdauer in Südtirol ist eine der höchsten sowohl auf gesamtstaatlicher als auch auf europäischer Ebene. Für das Jahr 2009 wird sie auf 85,5 Jahre für die Frauen und 79,8 Jahre für die Männer geschätzt. Die Lebenserwartung wird außerdem immer höher.Insgesamt sind 52,6 Prozent der Hochbetagten verwitwet, 34,0 Prozent verheiratet, 12,4 Prozent ledig und 1,0 Prozent geschieden. Weil Frauen länger leben, sind auch deutlich mehr Frauen als Männer verwitwet (67,8 Prozent gegenüber 22,1 Prozent). 68,0 Prozent der Männer im Vergleich zu 17,0 Prozent der Frauen sind verheiratet.Männer holen aufIn Zukunft wird es in Südtirol immer mehr ältere Menschen geben, der demographische Alterungsprozess schreitet unaufhaltsam fort. Die Bevölkerungsprognosen für das Jahr 2020 gehen von einer Zunahme der Südtiroler Bevölkerung von ungefähr fünf Prozent aus. Betrachtet man nur die Hochbetagten, wird sich der Anstieg auf rund 15 Prozent belaufen. Außerdem wird sich laut Astat-Studie voraussichtlich im kommenden Jahrzehnt die Schere zwischen alten Männern und Frauen zunehmend schließen.Bis zur Jahrtausendwende war der Zuwachs der über 80-jährigen Frauen fast immer höher als jener der gleichaltrigen Männer. 2002 gab es eine Trendumkehr: Seither ist das prozentuelle Wachstum der hochbetagten Männer ausgeprägter als jenes der Frauen.Bevölkerung wird immer älterIm Laufe der Zeit ist ein deutliches Altern der Südtiroler Wohnbevölkerung zu beobachten. Im Jahr 2006 war die Zahl der ansässigen Personen im Alter von 65 und mehr Jahren erstmals höher als jene der jungen Menschen unter 15 Jahren.Aus der Zeitreihenanalyse ist der Alterungsprozess der Wohnbevölkerung klar ersichtlich: In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Hochbetagten nahezu verfünffacht, und zwar von 5112 Personen im Jahr 1971 auf 24.517 im Jahr 2009. Im selben Zeitraum ist ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung um 3,7 Prozentpunkte gewachsen.Waidbruck hat höchsten Anteil an HochbetagtenDie Hochbetagten verteilen sich relativ gleichmäßig auf die Stadt- und Landgemeinden Südtirols. Auf die sieben Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern entfallen 12.275 über 80-Jährige und auf die kleineren Gemeinden 12.242. Andererseits ist jedoch der prozentuelle Anteil der Hochbetagten an der Gesamtbevölkerung in den Stadtgebieten mit 5,6 Prozent höher als auf dem Land (4,3 Prozent). Den geringsten Anteil an Hochbetagten weist mit 2,3 Prozent Plaus auf, den höchsten Waidbruck mit 7,7 Prozent. Großteil lebt in einem HaushaltDer Großteil der Hochbetagten, nämlich 22.729 Personen, lebte am 31. Dezember 2009 in Haushalten. 1788 Hochbetagte lebten in Gemeinschaften - vorwiegend in Alters- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern.Die Gemeinschaften sind von einem geringen Männeranteil (18,8 Prozent) und einem relativ hohen Durchschnittsalter geprägt: Dieses beläuft sich auf 87,1 Jahre bei den Männern und auf 88,6 bei den Frauen.Von den über 80-Jährigen, die in Haushalten leben, sind 34,5 Prozent Männer; das mittlere Alter liegt in etwa 2,5 Jahre unter jenem der Gemeinschaften (84,6 Jahre bei den Männern und 86,0 bei den Frauen). 9780 Hochbetagte leben allein, 1671 davon sind Männer und 8109 Frauen.Ausländeranteil sehr geringEin interessanter soziodemographischer Aspekt ist auch die Staatsangehörigkeit der Hochbetagten. Zum 31. Dezember 2009 sind 402 Ausländer mit 80 und mehr Jahren in Südtirol ansässig. Das sind 1,6 Prozent aller Menschen dieser Altersgruppe. Die in Südtirol ansässigen ausländischen Hochbetagten gehören fast ausschließlich demdeutschen Kulturkreis an (217 Deutsche, 95 Österreicher, 13 Schweizer). Chronische Krankheiten als häufigste TodesursacheMehr als die Hälfte der gesamten Todesfälle in Südtirol betrifft hochbetagte Menschen. Von den 3799 Personen, die im Jahr 2009 verstorben sind, waren 2105 mindestens 80 Jahre alt. Dabei starben mehr hochbetagte Frauen (1297) als Männer (808).Die häufigste Todesursache der Hochbetagten sind Erkrankungen des Kreislaufsystems, in erster Linie die chronischen ischämischen Herzkrankheiten und die Infarkte. Es folgen die Neubildungen und die Krankheiten des Atmungssystems, hauptsächlich die chronischen Krankheiten der unteren Atemwege. Von den gewaltsamen Todesursachen sind die Stürze, die leider für die Hochbetagten häufig tödlich enden, erwähnenswert.