Die sechsjährige Zwillingsgeschwister werden in die zweite Klasse der Volksschule aufgenommen, während ihre ältere Schwester (9) in die vierte Klasse kommt. Sie werden eine öffentliche Volksschule in Vasto besuchen, wo sich die Kinder seit dem 20. November aufhalten.<BR />Ein Ganztagsunterricht ist für sie nicht vorgesehen. Dadurch sollen die Nachmittage für die Treffen mit den Eltern frei bleiben. Nach Angaben des Rechtsanwalts der Familie Simone Pillon könnte es vor Beginn des Unterrichts außerdem möglich sein, einige Stunden im Haus der Familie in Palmoli zu verbringen.<BR /><BR />Der Einstieg in die Schule soll schrittweise erfolgen und von Psychologen begleitet werden. Eine Anordnung des Jugendgerichts von L'Aquila sieht vor, dass die Kinder in den ersten Tagen zunächst gemeinsam mit ihren Eltern einige Zeit verbringen, bevor sie am Nachmittag in die Einrichtung in Vasto zurückkehren, in der sie derzeit ohne ihre Eltern untergebracht sind. An Wochentagen sollen die Treffen der Kindern mit ihren Eltern von einer Erzieherin begleitet werden. Für das Wochenende ist vorgesehen, dass die Kinder von Freitagnachmittag bis Sonntagabend bei Mutter und Vater bleiben können.<BR /><BR />Juristisch ist der Fall weiterhin offen. Vergangene Wochen legte die Verteidigung beim Berufungsgericht Beschwerde gegen die Entscheidung des Jugendgerichts von L´Aquila ein. In dem 66-seitigen Schriftsatz erhebt Anwalt Pillon mehrere Einwände. Unter anderem kritisiert er, dass mögliche gesundheitliche Risiken durch die Trennung vom familiären Umfeld nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Der Anwalt bemängelt außerdem eine Einschränkung der elterlichen Rechte im Bereich der Erziehung und Schulbildung. Gefordert wird die sofortige Rückkehr der drei Kinder in das Familienhaus sowie die Wiederaufnahme des Unterrichts zu Hause, mit einem von der Gemeinde organisierten Bildungsprogramm und zwei Lehrkräften.<BR /><BR />Der Fall der sogenannten „Waldfamilie“ hatte seit vergangenem November italienweit immer wieder für Aufsehen gesorgt. Der Brite Nathan Trevallion und seine australische Ehefrau Catherine Birmingham lebten mit ihren drei Kindern in einem abgelegenen Steinhaus in Palmoli. Die Familie hatte sich bewusst für ein Leben in engem Kontakt mit der Natur entschieden. Das Haus verfügte weder über fließendes Wasser noch über Strom; die Toilette befand sich außerhalb. Aufmerksam wurden die Behörden bereits 2024, nachdem die gesamte Familie wegen einer Pilzvergiftung im Krankenhaus behandelt werden musste. Danach wurden die Carabinieri und die Sozialdienste eingeschaltet. Kritisiert wurden unter anderem die hygienischen Bedingungen, die medizinische Versorgung der Kinder und das Fehlen von Impfungen. Hinzu kam ein weiterer zentraler Streitpunkt: Die Kinder besuchten keine reguläre Schule, sondern wurden zu Hause unterrichtet. Die Behörden sahen Defizite bei Bildung und sozialer Integration.Am 24. November 2025 entzog das Jugendgericht den Eltern das Sorgerecht und brachte die drei Kinder in einer Betreuungseinrichtung in Vasto unter. Seitdem sorgt der Fall italienweit für Aufsehen und Diskussionen.