Das Berufungsgericht von L'Aquila hat den Einspruch der Eltern gegen den Entzug des Fürsorgerechts und die Unterbringung ihrer drei minderjährigen Kinder in einer Einrichtung in Vasto geprüft, sich jedoch die Entscheidung vorbehalten. Für die Entscheidung haben die Richter bis zu 60 Tage Zeit; der Einspruch der Eltern war am 27. November eingereicht worden.<BR /><BR />Nach Angaben aus Justizkreisen soll den Anwälten der anglo-australischen Eltern, Nathan Trevallion und Catherine Birmingham, eine Frist zur Einreichung weiterer Dokumente gesetzt worden sein. Die Verteidiger wiesen dies zurück. <BR /><BR />In dem elfseitigen Einspruch argumentieren die Anwälte, eine Unterbringung in einer geschützten Einrichtung sei nur in Fällen schwerer Gefährdung zulässig. Zudem sei die Anhörung der Kinder nicht ausreichend berücksichtigt worden. Zwei der drei Geschwister seien kurz vor der Anordnung angehört worden und hätten soziale Kontakte angegeben. Auch die häusliche Beschulung sei verfassungsgemäß von den Eltern garantiert worden. Die Anwälte kritisieren, dass die Mutter die Kinder in der Einrichtung in Vasto nur für einige Stunden täglich besuchen darf. <BR /><BR />Die vertagte Entscheidung der Richter löste politische Reaktionen aus. Vizepremier und Lega-Chef Matteo Salvini sprach von einer „Schande“. <BR /><BR />Senatspräsident Ignazio La Russa appellierte an die Richter, „noch vor Weihnachten zu entscheiden“, damit die Familie zusammen die Feiertage verbringen könne. Die Anwältin Alessandra De Febis, Ombudsfrau für Kinderrechte der Region Abruzzen, betonte hingegen, dass die Privatsphäre der Kinder „verletzt worden sei“. Die Eltern hätten den Fall medial instrumentalisiert. Inzwischen nimmt die Solidarität mit den Eltern zu. Italo-Barde Al Bano Carrisi bekräftigte seine Bereitschaft, die Familie bei sich auf seinen Anwesen im süditalienischen Apulien aufzunehmen.